Magdeburg l Am Donnerstag um 2.05 Uhr war die Nacht in Skopje beendet, um 4.30 Uhr startete der Flieger nach Berlin, von Berlin aus ging es weiter ins NH-Hotel nach Ebendorf. Um 10.30 Uhr erreichten sie das Ziel, mit dem Ticket zur Europameisterschaft im Dezember und in Ungarn/Kroatien in der Tasche. Und dann bat Heine Jensen, der Bundestrainer der Frauen-Nationalmannschaft, gleich zu einem "regenerativen Auslaufen", sagte er. Und als er das sagte, da schlug die Uhr 12.37 - die Pressekonferenz im Magdeburger Herrenkrug-Hotel zum Doppel-Handballevent am morgigen Sonnabend in der Getec-Arena hatte gerade begonnen.

Selbst solch ein strapaziöses Programm hat nur ein Motto: den inneren Schweinehund besiegen. Das wiederum gehört zur Philosophie des Trainers, der nicht nur in dieser Hinsicht Fortschritte, mannschaftlich wie individuell, bei seinen Damen ausgemacht hat. Am Mittwoch erhielt er in Skopje, beim 23:21-Sieg im vorletzten EM-Qualifikationsspiel der Gruppe 7 gegen Mazedonien, eindrucksvoll den Nachweis: Nachdem "es zu Beginn völlig anders gelaufen war, als wir es uns vorgestellt haben", sagte Jensen über die Phase bis zum 7:1, "waren wir bereit, uns wieder heranzukämpfen".

Das ist vor allem mit Blick auf die EM eine wichtige Qualität, "aber das Team hat so viele Qualitäten", weiß Jensen. Vor allem ist es die qualitative Breite, die auch Torfrau Clara Woltering lobt. Keine Dame sitzt die Ersatzbank warm, sondern immer auf dem Sprung ins Spiel. Wie die erst 21-jährige Shenia Minevskaja (Metzingen), die in Skopje mit vier Toren aus dem Rückraum nach ihrer Einwechselung überzeugte.

Mit 19 Paraden überzeugte (wie so oft) auch Clara Woltering. "Wir sind happy, dass wir das Ticket gelöst haben", jubelte die 31-Jährige, die für Podgorica (Montenegro) spielt und ihr Engagmenent gerade um ein Jahr verlängert hat, gestern noch etwas müde. Aber morgen in der "Getec" (12.30 Uhr) und wieder gegen Mazedonien "haben wir die Chance, den Gruppensieg festzumachen. Und wir wollen das Publikum abholen, damit es bereit ist für die Männer gegen Polen." Ab 15.15 Uhr wird es noch ein wenig heißer, wenn die Herren um das Ticket für die WM 2015 in Katar kämpfen.