Salvador (dpa) l Die ausländischen Bundesliga-Profis haben bei der WM ganz unterschiedliche Aufgaben und Einsatzgebiete. Einige der vertrauten Gesichter leisteten gleich in ihrem ersten Spiel Besonderes, viele traten in Brasilien noch nicht groß in Erscheinung. Und wieder andere fanden sich zum Auftakt völlig unerwartet auf der Ersatzbank wieder. So wie Schalkes Joel Matip, den der deutsche Trainer Volker Finke beim 0:1 Kameruns gegen Mexiko gar nicht berücksichtigte.

Nur auf den ersten Blick etwas besser erging es dem Clubkollegen Sead Kolasinac, der auf Schalke neben Matip spielt. Aber gleich beim WM-Debüt von Bosnien-Herzegowina avancierte der 20-Jährige mit dem schnellsten Eigentor der WM-Geschichte zum Pechvogel. Nach 128 Sekunden unterlief dem Linksverteidiger im Fußball-Tempel Maracanã gegen Argentinien dieses Missgeschick nach einem Freistoß von Superstar Lionel Messi. "Dem Jungen kann man keinen Vorwurf machen", sagte Hoffenheims Sejad Salihovic, der wegen einer Wadenverletzung ganz passen musste.

Vedad Ibisevic (Stuttgart) gelang mit seinem Jokertreffer ebenfalls der Einzug in die Geschichtsbücher, auch wenn sein Team am Ende dem WM-Mitfavoriten Argentinien 1:2 unterlag. "Es war leider nur ein Tor bei einer Niederlage, aber für mich persönlich und für Bosnien war es schon ein besonderes", sagte Ibisevic stolz. Dagegen konnten die beiden Wolfsburger Ivica Olic und Ivan Perisic die 1:3-Niederlage Kroatiens gegen Weltmeister Brasilien, der ohne Bayern-Profi Dante agierte, nicht verhindern.

Im Spiel zwischen den deutschen Gruppengegnern Ghana und USA trafen in Schalkes Kevin-Prince Boateng, der erst in der zweiten Hälfte kam und keine großen Impulse setzen konnte, sowie dem ebenfalls eingewechselten Herthaner John Anthony Brooks, Fabian Johnson (Hoffenheim), Timothy Chandler (Nürnberg) und Julian Green (Bayern München) zahlreiche Bundesligaspieler aufeinander. Während Brooks mit seinem Siegtor zum 2:1 über Nacht zum Soccer-Helden in den USA aufstieg, jubelten Green und Chandler von der Bank aus. Absolut gesetzt bei Coach Jürgen Klinsmann ist der Ex-Schalker Jones, der das 1:0 von Clint Dempsey vorbereite.

Ottmar Hitzfeld hat gleich neun Profis in seiner Multi-Kuli-Truppe, die in Deutschland ihre Brötchen verdienen. Neben Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio standen auch dessen VfL-Kollege Ricardo Rodriguez, im Mittelfeld Granit Xhaka (Mönchengladbach) und Xherdan Shaqiri (Bayern) sowie der Bald-Leverkusener Josip Drmic in der Startelf. Den nachhaltigsten Eindruck beim Last-Minute-Sieg (2:1) gegen Ecuador hinterließ aber Admir Mehmedi. Der Freiburger Stürmer kam nach der Pause und brachte die "Nati" mit dem Ausgleichstor drei Minuten später erst auf den Erfolgsweg.

Gut lief es auch für Costa Ricas Abwehrspieler Júnior Díaz. Der 30-Jährige von Mainz 05 verschuldete zwar den Elfmeter, der zum 0:1 führte, spielte beim 3:1-Überraschungssieg der "Ticos" gegen Uruguay aber insgesamt solide und wird wohl auch Freitag gegen Italien zum Einsatz kommen. Mehr als fraglich ist, ob es Brooks viel mit Dortmunds künftigem Stürmerstar Ciro Immobile zu tun bekommt. Denn der Torschützenkönig der Serie A schmorte beim 2:1 gegen England 72 Minuten auf der Bank. In der Squadra Azzurra ist Mario Balotelli Stürmer Nummer eins. Und der glänzte mit dem Siegtor gegen England.

Immobiles neuer BVB-Sturmpartner Adrian Ramos wurde beim 3:0-Sieg der Kolumbianer gegen die Griechen, bei denen BVB-Abwehrspieler Sokratis schlecht verteidigte, gar nicht benötigt. Die drei "deutschen" Legionnäre der Elfenbeinküste spielten beim 2:1 gegen Japan keine Rolle. Und von den vier Bundesliga-Japanern, die Trainer Alberto Zaccheroni zum WM-Start aufbot, wusste nur Schalkes Rechtsverteidiger Atsuto Uchida mit guten Aktionen zu gefallen.