Jens Härtel, neuer Trainer und Hoffnungsträger des Regionalligisten 1. FCMagdeburg, hat das dreitägige Teamcamp in Kägsdorf-Kühlungsborn an der Ostsee dazu genutzt, den Spielern seine Philosophie vom Fußball zu erläutern.

Kägsdorf/Magdeburg l Härtel ist ein Coach, der gerne mit Videosequenzen arbeitet, um so auf Stärken und Schwächen hinzuweisen. Da war es von Vorteil, dass sich der 45-Jährige in der Endphase der Saison 2013/14 einige Spiele angeschaut hatte. "Mir ist aufgefallen, dass der FCM guten Fußball gespielt hat, aber nur phasenweise. In der Defensive wurde mitunter zu passiv und zu tief verteidigt, in der Offensive fehlte der Druck auf den Ball", sagte Härtel in Kägsdorf.

Daran will er in den kommenden Wochen feilen. Und das mit doppelten Trainingseinheiten, wobei es einen freien Tag in der Woche geben soll.

Zu Härtels Philosophie gehört auch, ständig Reizpunkte zu setzen, um Spannung aufzubauen und möglichst immer auf der Siegerseite zu stehen. So wie beim Beachvolleyball, als die schlechteste Mannschaft beim Grillabend die Kellner-Rolle übernehmen musste. Härtel: "Wer verliert, sollte einen kleinen Obolus entrichten."

Zum derzeit viel diskutierten Thema "Ballbesitz" meinte der Fußball-Lehrer: "Ich bin kein Anhänger des sogenannten ,Tiki-Taka`, das zwar schön aussieht, aber uneffektiv ist, weil die Zielstrebigkeit und Torgefährlichkeit fehlen. Sinn ist es doch, nicht nur den Ball zu erobern, sondern auch Treffer zu erzielen."

Ferner ist Härtel ein Mensch, der auf Ordnung und Diszi-plin Wert legt. So hat sich jeder Spieler persönlich beim Trainer abzumelden, wenn er einmal verhindert sein sollte. Eine reine SMS reicht da nicht. Ein anderes Beispiel: "Ich habe unseren Zeugwart Heiko Horner darum gebeten, die Kabine neu zu malern, weil ich auch auf Sauberkeit großen Wert lege", so der 45-Jährige. Und mit klarer Ansage: "Ich werde es nicht zulassen, dass jemand versucht, das Schiff ins Wanken zu bringen."

Apropos Horner: Am Freitagabend hatte die Mannschaft per Skype-Botschaft auf die Videotafel der MDCC-Arena zu dessen Hochzeit gratuliert. Die Feier fand im Businessbereich statt.

Das Teamcamp, so Härtel, habe auch deshalb seinen Zweck erfüllt, "weil recht schnell zu erkennen ist, wer mitdenkt, wer Strategien entwickelt, wer eher Teamplayer oder Individualist ist". Und es sei natürlich wichtig, sich untereinander kennenzulernen. Eine Maßnahme: Der Trainer legte fest, wer mit wem das Zimmer teilt und achtete dabei darauf, dass stets ein neuer und "alter" Spieler zusammenkam: "Man muss das schon steuern, damit ein Teambuilding auch seinen Zweck erfüllt."

Und noch etwas wurde festgelegt: Marius Sowislo bleibt Kapitän und auch der bisherige Mannschaftsrat ist noch der alte, bis in einigen Wochen neu gewählt werden soll.

   

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