Magdeburg/Zürich l Die Ergebnisse der Magdeburger Leichtathleten bei den Europameisterschaften in Zürich waren ein Spiegelbild des gesamten Auftretens des DLV-Teams: Viel Schatten, wenig Licht.

Die guten Nachrichten vorneweg: Der erst 22 Jahre alte Varg Königsmark gehörte zu den "jungen Wilden", die in der Schweiz mit couragierten, ehrgeizigen und dennoch auch selbstkritischen Tönen positiv auf sich aufmerksam gemacht haben. Der Kraftakt über "drei brutal harte Rennen in vier Tagen" endete für den Langhürdler vom SCM in 49,91 Sekunden auf Rang sieben.

Damit hatte der Schützling von Trainer Marco Kleinsteuber sein primäres Ziel Finale auf jeden Fall erreicht. Die Kirsche auf der Sahne war das Semifinale, in dem Königsmark in 49,12 Sekunden seine persönliche Bestzeit (49,40) pulverisiert hatte.

Thomas Schneider geht leer aus


Auf Bahn sieben, weit ab vom Schuss" war der U-20-Europameister im Finale ein einsames Rennen gelaufen: "Ich habe mir zwar gesagt: Warte nicht darauf, bis die anderen kommen. Aber im Hinterkopf hatte ich es irgendwie doch." Bei Hürde sechs oder sieben habe er dann das Ruder aus der Hand gegeben. "Das hat sich katastrophal angefühlt, danach wusste ich, das Rennen ist vorbei. Jetzt im ersten Moment ist das alles ein bisschen schade. Jetzt geht#s gerade rapide bergab, aber in zwei Stunden werde ich mich wahrscheinlich freuen", so Königsmark, dem dennoch die Zukunft gehört.

Vor zwei Jahren noch überraschend mit Staffel-Bronze aus Helsinki heimgekehrt, ging SCM-Viertelmeiler Thomas Schneider diesmal leer aus. Im gestrigen Finale über 4x400-Meter reichte es in 3:01,70 Minuten nur zu Rang sechs - um das Edelmetall von 2012 zu verteidigen, hätte das deutsche Quartett deutlich unter drei Minuten laufen müssen. "Das Niveau war diesmal extrem hoch, bei den Zeiten muss man Rang sechs so akzeptieren. Trotzdem hat es Spaß gemacht zu laufen", sagte Schlussläufer Schneider.

Wierig verliert Anschluss an Saisonergebnisse


Derweil musste Janin Lindenberg am Sonntag zuschauen, wie ihre Staffelkollegen in 3:27,69 Minuten als Finalsechste über 4x400 Meter ebenfalls nichts mit der Medaillenvergabe zu tun hatten. Die Magdeburgerin war im Vorlauf eingesetzt worden und hatte zum Weiterkommen als eine der zwei zeitschnellsten Staffeln (3:30,29) beigetragen. Zu ihrem Lauf sagte die 27-Jährige: "Ich war zufrieden. Ich konnte auf der Zielgeraden noch die Polin abfangen. Ich fühle mich jetzt sehr gut. Die nackten Zahlen werden es noch genauer sagen."

Den längsten Schatten aus Magdeburger Sicht warf aber Diskuswerfer Martin Wierig. Der mit großen Ambitionen angereiste WM-Vierte des Vorjahres konnte nicht im Entferntesten an seine bisherigen Saisonergebnisse anknüpfen. Am Ende gingen indiskutable 60,82 Meter ins Protokoll - eine Weite, die der 27-Jährige eigentlich im Schlaf werfen kann und die in Zürich lediglich zu Rang elf reichte.