Im Gespräch mit Pascal Nagel

Volksstimme: Herr Nagel, war es ein Elfmeter?
Pascal Nagel:
Ich bleibe stehen, bewege mich nicht. Der Gegenspieler legt den Ball an mir vorbei und ich gehe bewusst nicht zum Ball. Dann rennt er in meine Schulter, löst die Situation clever und nimmt die Einladung an. Ob man es pfeifen kann oder nicht - keine Ahnung.

Sie haben vor der Szene einen Moment gezögert, warum?
Genau, ich habe erst überlegt, ob ich herauslaufen soll, weil noch genügend Leute da waren. Ich betreibe aber ein offensives Spiel, also dachte ich: Probiere es!

Wie ordnen Sie das 0:0 ein?
Dass wir zu null gespielt haben, ist ein Erfolg. Jetzt gilt es, an der Effizienz zu arbeiten.

Halberstadt l Im Vergleich zum vorherigen Saisonspiel in Neustrelitz nahm VfB-Trainer Achim Hollerieth eine personelle Änderung vor: Für Pascal Eggert spielte erstmals Neuzugang Christopher Kullmann von Beginn an. Gemeinsam mit Florian Beil sollte er im Angriff für Torgefahr sorgen.

Kullmann startete auch vielversprechend, holte nach nur 40 Sekunden die erste Ecke dieser Begegnung heraus. Im weiteren Verlauf konnte er, genau wie Beil, allerdings zu wenige Akzente setzen.

Nach nur fünf Minuten entschied der Unparteiische Stefan Prager auf Foulelfmeter für die Gäste. Nach einem zu kurz geratenen Pass von Kapitän Philip Schubert kam Ex-Germane Roy Blankenburg an das Leder und orientierte sich damit in Richtung Tor. Keeper Pascal Nagel eilte nach kurzem Zögern heraus. Beide hatten zwar Körperkontakt, ein Pfiff war in dieser Situation jedoch nicht unbedingt angebracht. FSV-Spielführer Martin Hoßmang ließ diese Top-Chance liegen, knallte das Spielgerät stattdessen an den Querbalken (6.).

"Ich dachte, als der Elfmeter nicht rein ging, dass meine Jungs aufwachen", so Hollerieth im Rückblick auf diese Szene, "es blieb aber auch danach eine bescheidene Vorstellung." Beim VfB war zu viel nur Stückwerk: die Standards von Schubert und Arbnor Dervishaj fanden keine Abnehmer, eine Freistoßvariante mit Kevin Nennhuber landete in der Mauer, etliche Pässe gingen ins Leere. Ein Solo von Ivan Ristovski (13.), ein Schuss von Carl Labisch aus der zweiten Reihe (25.) und ein Konter über Kullmann, Beil und Jan Nagel waren die Höhepunkte.

Nach Wiederanpfiff sahen die Zuschauer weiter wenig Überragendes, wurden spielerisch nicht verwöhnt. Bautzen kam jetzt zu ersten Tor-abschlüssen. Hoßmang und Martin Kolan versuchten es aus der Distanz (52., 55.). Zweimal kam der VfB Germania noch gefährlich vor das Gästetor. Zuerst scheiterte Nagel per Flachschuss nach Kombination mit Ristovski an Keeper Jakub Jakubov (56.), fünf Minuten vor dem Abpfiff jagte der eingewechselte Danny Wersig den Ball aus zentraler Position weit über das Gehäuse.

Bautzen kam der Spielstand mehr als entgegen, mit fortschreitendem Verlauf wurde mehr und mehr auf Zeit gespielt. Trainer Thomas Hentschel bestätigte: "Wir sind hoch zufrieden mit dem Punkt. Mein Team hat wenig zugelassen." Sein Gegenüber lobte zwar den ersten Spielausgang ohne Gegentor, war aber insgesamt nicht zufrieden. Halberstadts Trainer Hollerieth: "Von unserer Seite war das kein gutes Spiel. Gegen tief stehende Bautzener haben wir keine Lösung gefunden."

Germania Halberstadt: P. Nagel - Schlitte, Meier, Nennhuber, Dervishaj , Schubert, Labisch (60. Wersig), J. Nagel, Beil (75. Worbs), Ristovski , Kullmann (53. Eggert)

Budissa Bautzen: Jakubov - Patka, Schikora, Vrabec, Krahl - Klotke (66. Reher), Hoßmang, Kolan, Salewski (90.+1 Schwitzky) - Kotyza, Blankenburg (69. Walther)

Schiedsrichter: Prager (Gera). Zuschauer: 516. Tore: Fehlanzeige. Besondere Vorkommnisse: Hoßmanng (Budissa/6.) schießt Foulelfmeter an die Latte. Gelb: Pascal Nagel / Salewski