Magdeburg/Stuttgart l Zugegeben, ein wenig ungewöhnlich liest es sich schon, das allererste Nationalmannschaftsaufgebot des neuen Handball-Bundestrainers Dagur Sigurdsson. Der 41-Jährige berief am Dienstag den 17er Kader, mit dem er die Vorbereitung auf das WM-Turnier in Katar (15. Januar bis 1. Februar) starten will.

Nicht nur, dass kein einziger Weltmeister von 2007 mehr im aktuellen DHB-Team zu finden ist, seit einer gefühlten Ewigkeit steht auch kein einziger Magdeburger im Aufgebot. Michael Haaß, langjähriger Spielmacher der Handball-Nationalmannschaft und letzter Mohikaner des SCM, wurde von Sigurdsson nicht berücksichtigt.

Der Isländer, der die DHB-Auswahl zum ersten Mal am 20. und 21. September beim Länderspiel gegen die Schweiz coachen wird, setzt mit seinem Aufgebot gut vier Monate vor der WM ein klares Zeichen: Der Umbruch wird forciert.

"Wir werden der Generation um so junge Männer wie Fäth, Lemke und Pekeler mehr Verantwortung geben, aber ich werde nie Spieler aus meinen Überlegungen ausschließen", sagte Sigurdsson gestern bei der Vorstellung des Kaders in Stuttgart.

Neben zahlreichen Talenten sind auch erfahrene Spieler wie Linksaußen Uwe Gensheimer und Torwart Silvio Heinevetter dabei. Von den U-20-Europameistern rückt neben Fabian Wiede erstmals Paul Drux ins DHB-Team auf, für das es mit den beiden Partien in der Qualifikation zur EM 2016 gegen Finnland (29. Oktober) und Österreich (3. November) erstmals ernst wird.

Das vorläufige Aufgebot:
Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (Wetzlar). Feld: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Michael Allendorf (Melsungen), Steffen Fäth (Wetzlar), Finn Lemke (Lemgo), Tim Kneule (Göppingen), Steffen Weinhold (Kiel), Paul Drux (Füchse Berlin), Michael Müller (Melsungen), Fabian Wiede (Füchse Berlin), Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Tobias Reichmann (Kielce/Polen), Patrick Wiencek (Kiel), Hendrik Pekeler (Lemgo), Felix Danner (Melsungen), Erik Schmidt (Friesenheim)