Wernigerode l Beim 37. Harz-Gebirgslauf in Wernigerode sind am Sonnabend auf den unterschiedlichen Strecken knapp 3200 Läufer und Wanderer gestartet. Weil es in der Nacht zuvor geregnet hatte, ging es für die Teilnehmer zum Teil über rutschigen Untergrund. "Der Harz-Gebirgslauf ist ein Natur-lauf - die Teilnehmer wissen vorher, was sie erwartet", machte der Vorsitzende vom gastgebenden HGL Wernigerode, Frank Habrecht, deutlich, dass die meisten der Starter mit den vorhandenen Bedingungen umzugehen wussten.

Hauptaugenmerk im Läufer-Mekka im Stadtteil Hasserode galt dem "langen Kanten". Der Veranstalter wirbt hier mit dem Slogan: "Norddeutschlands schwerster Marathon." Die 42,195 Kilometer lange Strecke führt über den Brocken, und es werden mehr als 1000 Höhenmeter überwunden. Nur gut trainierte Sportler stellen sich dieser Herausforderung. 2014 waren es insgesamt 735, die es bis ins Ziel schafften. Am schnellsten war bei den Männern Malte Bruns vom LC Paderborn. Er hatte sich erst Ende September für diesen Lauf entschieden. Um so erstaunlicher: Bei seiner ersten Teilnahme am Harz-Gebirgslauf überhaupt war es auch sein erster Marathon. Bruns, eigentlich im Triathlon zu Hause, "wollte mal sehen, was geht". Und es ging einiges. Mit 2:53 Stunden verpasste er den Streckenrekord (2:39) zwar deutlich, kam aber knapp vier Minuten vor dem Zweitplatzierten, Lokalmatador Eike Eyermann (BLV Ilsenburg), ins Ziel. "Klar herrscht hier ein erhöhter Schwierigskeitsgrad", fasste er trocken zusammen, "aber ich habe viel trainiert."

Britta Giesen (Laufwerk Hamburg, 3:28 Stunden) war beste Frau. Auch hier landete mit Sylke Hübner (NSV Wernigerode, 3:44) eine Harzerin auf dem Silberrang. Für einen neuen Rekord sorgte Thomas Kühlmann (NSV Wernigerode) über fünf Kilometer. In 15:50 Minuten unterbot er den alten Rekord um mehr als eine Minute.