Magdeburg l "Wie kriege ich die Verunsicherung aus den Köpfen der Spieler?" FCM-Trainer Jens Härtel steht nach der Serie der Auswärts-Punktspiel-Miss- erfolge in dieser Saison (ein Punkt aus fünf Spielen) vor seiner größten Herausforderung als Fußball-Lehrer. Immer wieder führen oftmals einfache individuelle Fehler dazu, dass Spiele trotz Überlegenheit an Chancen und Spielanteilen verloren bzw. Punkte abgegeben wurden.

Der kurzfristig für Dienstag anberaumte Test gegen die Reserve von Hannover 96 (3:1) war nach Härtels Aussagen "wichtig und richtig", dennoch haben ihm die 90 Minuten gezeigt, dass "die Durchschlagskraft vor dem Tor nach wie vor noch fehlt". Der Trainer fordert von seiner Elf "mehr Spiel über die Flügel und ein besseres Durchsetzungsvermögen im 1:1".

Das Positive: Erstmals seit längerem durften nach ihren Verletzungen Christopher Reinhard und Silvio Bankert wieder ran. Mittelfeldspieler Reinhard, der gegen Hannover die Vorlage zum 2:0 gab, merkte der Coach jedoch dessen fehlende Spielpraxis an. Innenverteidiger Bankert, der seine lädierte Nase seit einer Woche mit einer schwarzen Karbonmaske schützt, hatte offensichtlich aus diesem Grund Probleme mit dem peripheren Sehen. Härtel rechnet noch nicht damit, Bankert am Sonntag im Heimspiel gegen die TSG Neu- strelitz (13.30 Uhr, MDCC-Arena) einzusetzen. Angesichts des vierten Karbonmaskenträgers in den zurückliegenden vier Jahren (Christopher Wright, Florian Beil, Christian Beck, Silvio Bankert) brachte Geschäftstellenleiter Matthias Kahl einschlägige Erfahrungen des FCM ins Spiel.

Unterdessen hat der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) den FCM aufgefordert, bis Montag seine Stellungnahme zu den Vorfällen am Rande des Regionalligaspiels beim FSV Zwickau abzugeben. Der in solchen Dingen recht erfahrene und erprobte Ex-Geschäftsstellenleiter Bernd Tiedge bringt den Entwurf des Schreibens zu Papier. Der Anwalt kann sich dabei auf Aussagen des FCM-Sicherheitsbeauftragten Pierre Schnau, des Fan-Beauftragten Ralf Doberitz und von Matthias Kahl berufen. Alle drei waren in Zwickau Augenzeugen. Angesichts der kniffligen Lage sagte Kahl aber gestern: "Wir sind dabei, beim NOFV Fristverlängerung zu beantragen."