Magdeburg (ju/ut) l Zur nächsten Pokalsensation des 1. FC Magdeburg fehlten in der Verlängerung nur fünf Minuten, später das Glück vom Elfmeterpunkt: Der Underdog aus der vierten Liga hatte gegen Bayer 04 Leverkusen nach einem begeisternden Spiel unerwartet alle Vorteile auf seiner Seite, am Ende versagten aber die Nerven. Nach dem Spiel versammelte FCM-Trainer Jens Härtel seine Pokal-Helden zu einem Kreis und spendete Trost, ehe sich Lars Fuchs Co. eher unwillig auf einer Ehrenrunde den verdienten Applaus trotz Pokal-Aus abholten.

"Gratulation an meinen Kollegen, die Mannschaft und die FCM-Fans", sagte Leverkusens Trainer Roger Schmidt, der am eigenen Spiel das fahrlässige Umgehen mit den Torchancen in der ersten Halbzeit bemängelte. "In der Verlängerung haben wir uns noch mal zusammengerissen und gewonnen. Das werte ich als positives Signal", sagte Schmidt.

"Die Niederlage tut natürlich weh, weil wir drei Matchbälle vergeben haben. Wir hatten es geschafft, Leverkusen auf unser Niveau zu ziehen und eine große Chance zum Weiterkommen", sagte FCM-Trainer Jens Härtel, der schon den Blick auf die Regionalliga richtete: "In dieser Form wird es schwer, uns zu schlagen."

Lars Fuchs, der mit dem entscheidenden Elfmeter an Bayer-Torwart Bernd Leno scheiterte, war natürlich geknickt: "Es ist einfach nur traurig und typisch für uns. Wie schon so oft in der Liga haben wir uns für unser Spiel nicht belohnt. Es ist unfassbar, denn wir waren sogar die bessere Mannschaft", befand der nach 60 Minuten eingewechselte Fuchs.

Innenverteidiger Felix Schiller, der eine starke Partie zeigte, hatte sogar Tränen in den Augen: "Von solch einer Chance hatten wir nicht zu träumen gewagt", sagte Schiller mit erstickter Stimme, "das müssen wir jetzt erst verdauen und im Kopf wieder klar werden." Rückkehrer Silvio Bankert meinte: "Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Wir können stolz auf unsere Leistung sein, aber im Moment ist die Enttäuschung über das Pokal-Aus riesengroß."