SCM-Akteure im Einsatz für die EM-Qualifikation
Espen Lie Hansen ist mit zwei Siegen in die EM-Qualifikation gestartet. Zum Auftakt der Gruppe 1 gewann er mit Norwegen gegen die Türkei mit 36:27 (18:13) und markierte dabei vier Tore. Am Sonntag legte der 25-jährige Shooter im zweiten Spiel gegen die Niederlande nach und gewann mit 30:22 (13:9).Für Oranje gab SCM-Kapitän Fabian van Olphen sein Comeback. Er war sogleich mit fünf Toren bester Werfer seines Teams. Die Niederlande hatte ohne van Olphen das erste Spiel in Kroatien mit 24:35 verloren.

Robert Weber war für Österreich bereits im ersten Spiel der Gruppe 7 der beste Werfer, wenngleich die Ausbeute der Alpenrepublik bei der 16:27 (8:12)-Niederlage gegen Spanien ziemlich dürftig war. Weber markierte dabei drei Tore (darunter ein Siebenmeter), beim 24:28 gegen Deutschland war der Rechtsaußen sechsmal (ein Siebenmeter) erfolgreich.

Mit Magdeburger Doppelpower kam Slowenien zu zwei Siegen in den ersten beiden Partien der Gruppe 3: Dabei durfte sich Jure Natek gegen die Slowakei (31:25) und in Lettland (39:28) insgesamt siebenmal in die Torschützenliste eintragen. Marko Bezjak gelang gegen Lettland ein Treffer.

Auch Jannick Green ist mit Dänemark mit einem Sieg in die Qualifikation gestartet: Der SCM-Torhüter gewann mit seinem Team in der Gruppe 2 bereits am vergangenen Donnerstag gegen Litauen mit 31:21 (16:8), am Sonntagabend traf Dänemark auf Gastgeber Bosnien-Herzegowina (Ergebnis stand zum Redaktionsschluss nicht fest). (dh)

Tunis/Magdeburg l Die Premiere dauerte zwölf Minuten, und sie endete "leider nicht erfolgreich", teilte Andreas Rojewski mit. Am vergangenen Donnerstag hatte er seinen ersten Einsatz für die polnische Nationalmannschaft, sie spielte in Tunesien, in der Stadt Hammamet, und sie verlor mit 30:31 (12:17) gegen den Gastgeber. Im zweiten Spiel am Sonnabend in Sousse setzte sich Polen mit 25:23 (11:13) durch.

Die von Michael Biegler trainierten Polen bereiten sich auf die Heim-Europameisterschaft vom 17. bis 31. Januar 2016 vor. Das Team muss sich dafür nicht durch die Qualifikation quälen, der Coach hat 15 Monate Zeit, die perfekte Mannschaft zu finden. Rojewski möchte dazugehören, es ist seine Chance, an einem Großereignis teilzunehmen. Erst vor vier Wochen hat er das Engagement für sein Geburtsland öffentlich entschieden, weil er für einen Einsatz für Deutschland keine Perspektive mehr sah.

Die Fahrt zur EM begann also für den aus Wejherowo bei Danzig stammenden Rojewski bereits am Tag des 33:30-Erfolges des SCM in der Bundesliga gegen die HSG Wetzlar. "Wir sind gleich danach mit dem Auto nach Warschau gefahren, um drei Uhr morgens waren wir angekommen", berichtete Rojewski über die Ankunft am Montag vergangener Woche. An jenem Tag ging es zum Medizincheck, und es ging vor die Journalisten. "Das Medieninteresse war groß. Es ist alles schon sehr spannend und sehr neu." Die Bindung nach Polen, sagte Rojewski, "war zwar immer stark, aber durch diesen direkten Umgang ist sie natürlich noch intensiver geworden".

Bartosz Jurecki wurde dann von den Medien gefragt, ob er Rojewski, seinen Teamgefährten beim SCM, in die Geheimnisse der Nationalmannschaft eingeführt hat. Aber Jurecki, der 35-jährige Kreisspieler, musste gestehen: "Dafür hatten wir bislang zu wenig Zeit." Ganz sicher hatte Krzysztof Lijewski mehr davon, denn Lijewski teilte sich in diesen Tagen von Tunesien mit dem Magdeburger ein Zimmer. "Er hat mir besonders geholfen", bestätigte Rojewski sodann, "gerade auch was die spielerische Taktik angeht." Der 29-Jährige, der in seiner Zeit beim Nationalteam Andrzej gerufen wird, hat gegenüber den Konkurrenten im rechten Rückraum entsprechend Nachholbedarf: Die Konkurrenten heißen eben Lijewski (31 Jahre) und Robert Orzechowski (24), die in beiden Spielen in Tunesien insgesamt elf und zwei Tore markierten.

Andreas Rojewski hat insgesamt drei Treffer erzielt, im ersten Spiel einen, im zweiten zwei. Er berichtete: "Es war einfach ein gutes Gefühl aufzulaufen." Und er resümierte: "Es war ein sanfter Einstieg." Die großen Spiele sollen erst noch kommen.