Magdeburg l Das größte Übel der Partie ist am Sonntag per Foto dokumentiert worden: Darauf zu sehen ist ein gequält lächelnder Eddie Johnson, er sitzt auf einem Krankenbett. Die Botschaft des Fotos, welches der BBC Magdeburg auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte, hat der Verein gleich per Kommentar mitgeliefert: "Schmerzlicher als die denkbar knappe Niederlage gestern war die Diagnose heute früh im Klinikum Vogelsang für unsere Nr. 7 - Mittelfußbruch!" Johnson wird den Magdeburgern in der 2. Bundesliga Pro B sechs bis acht Wochen fehlen.

Dieses Unglück passierte am Sonnabend bei seiner Rückkehr auf die Platte nach einem Sprungwurf, den der 23-Jährige zum zwischenzeitlichen 64:57 (32.) vollendet hatte. "Uns hatte generell in der zweiten Halbzeit der Rhythmus gefehlt", sagte sein Trainer Dimitris Polychroniadis nach dem 69:72 gegen Rist Wedel. "Aber dadurch hatten wir nun auch noch unseren zweiten Shooter verloren."

Polychroniadis zählte nach dem Abpfiff vor allem jene Szenen auf, in denen seine Baskets Punkte kassierten. Der 45-Jährige meinte: "Mich beeindrucken keine Zahlen in der Offensive, sondern in der Defensive. Und wir hätten Wedel wenigstens unter 60 Punkte halten müssen." In seinem Gesamtfazit bedeutete dies wiederum: "Wir hätten das Spiel nicht verlieren dürfen."

Vielleicht ging es ja auch zu leicht nach der Anfangsphase: Vier Minuten hatte die Partie gedauert, als die Otto Baskets mit 15:2 führten. "Das war auch schon das Problem", sagte Polychroniadis. Die nächsten Pro-bleme entstanden, als der flinke und nur 1,72 Meter große Diante Watkins (26 Punkte), der Point Guard der Gäste, immer besser zum Zuge kam, als seine Angriffe nicht unterbunden wurden, als er seine Schnelligkeit für den Zug zum Korb nutzte, als er außerdem seinen Mitspielern ungehindert neunmal assistieren konnte. Da mögen die 22 Punkte von Baskets-Center Andrew Gillette noch so beeindruckend klingen, "er hat in der Defensive aber auch 15 kassiert", meinte Polychroniadis. Letztlich "haben alle nicht das umgesetzt, was wir trainiert haben".

Deshalb gelang Wedel nach einem 24:23 (13.) die erst zweite Führung in der Partie zwei Minuten vor Schluss - 68:66. "Das ist ein Schock für jedes Team", so der Coach. Und seine Otto Baskets waren so schockiert, dass sie die letzten drei Angriffe nicht mehr verwerteten und damit selbst die mögliche Verlängerung verpassten.

Polychroniadis wird sein Team am heutigen Montag zum Videostudium bitten, das dauert manchmal eine halbe Stunde, manchmal eine Stunde, manchmal noch länger. Er wird zeigen, dass "wir in bestimmten Situationen extreme Fehler gemacht haben". Und er will letztlich wissen, "dass alle aus ihren Fehlern lernen". Zeigen können sie das dann am kommenden Freitag bei SC Itzehoe Eagles (19.30 Uhr).

Otto Baskets: Frazier 14 Punkte/7 Rebounds, Gillette 22/7, Johnson 6/2, Stachula 12/3, Buck 4/1, Monse 6/6, Ghebreigziabiher 4/4, Thomas 0/0, Orlando 1/1

Wedel: Watkins 26/3; Roquette 10/5, Erves 6/8, Kindzeka 6/4, Strauß 8/3, Hirschberg 10/2, Ruppert 2/2, Liebke 0/4, Timm 2/1, Larysz 2/1