Magdeburg/Königssee l Die große Begeisterung war in den Worten von Christoph Langen zunächst nicht zu lesen nach der zweiten Weltcup-Qualifikation seiner Piloten am Wochenende in Altenberg. Der Bundestrainer meinte nämlich in einer Mitteilung des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD): "Die Sportler brachten nicht das Niveau an den Tag, das ich mir erhofft habe. Vor allem im Vierer war es noch keine Weltcup-Vorstellung."

Diese Feststellung hat nun nicht jeden Athleten zwangsläufig in Trauerstimmung versetzt: Gerade die Anschieber Marko Hübenbecker, Andreas Bredau und Birk Lösche vom Mitteldeutschen Sportclub (MSC) sowie Philipp Wobeto (SC Potsdam) hatten nach den Läufen in Altenberg ein strahlendes Lächeln auf den Lippen. Oder wie Hübenbecker am Montag bestätigte: "Bei uns ist alles super."

Im Vierer gewannen sie mit Pilot Nico Walther (BRC Riesa) mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf Manuel Machata (Stuttgart). Im Zweier belegte der 24-jährige Walther mit Bredau Rang zwei hinter Machata. Im Kampf um den dritten und letzten Startplatz zum Saisonauftakt am 8. Dezember in Lake Placid (USA) liegen beide Piloten gleichauf. "Allein, dass wir an den Etablierten dran sind, ist ein großes Achtungszeichen", betonte der 28-jährige Hübenbecker vor den letzten Rennen in Königssee, dem Selektions-Showdown am kommenden Wochenende.

Noch am Sonntag sind die Teams dort angereist, am Montag absolvierten sie ihre ersten Trainingseinheiten. "Wir wissen, dass wir auch in Königssee gut fahren können", erklärte Walther im MDR-Interview selbstbewusst. "Wir haben nichts zu verlieren, wir können nur gewinnen", sagte indes Hübenbecker der Volksstimme und ergänzte: "Unser Ziel ist der langfristige Aufbau für Olympia 2018, daran hat sich nichts geändert. Aber alles, was wir auf dem Weg dorthin mitnehmen können, nehmen wir auch gerne mit."

Zwei Siege hat derweil Francesco Friedrich (Oberbärenburg) aus Innsbruck-Igls mitgenommen am Wochenende, er gewann beim Europacup im Zweier und im Vierer. Friedrich wird wie Maximilian Arndt (Oberhof) nun zum Quali-Abschluss wieder am Start sein, beide Piloten stehen als Weltcup-Starter bereits fest. Allerdings hat Arndt derzeit zwei Probleme: Anschieber Alexander Rödiger fällt mit Muskelbündelriss vorläufig aus. Und Anschieber Kevin Kuske ist noch nicht fit. In Innsbruck hatte Arndt den zweiten Lauf im Vierer krankheitsbedingt absagen müssen.

Das Gegenteil ist im Walther-Schlitten der Fall, und vor allem die Startzeiten machen alle glücklich: Im Vierer war das Team in Altenberg mit Abstand das schnellste, im Zweier das zweitschnellste. Das hatte auch Langen bemerkt. "Erfreulich war die Startzeit von Nico Walther", resümierte der Bundestrainer. Was Hübenbecker wiederum darin bestätigt: "Wir sind auf dem richtigen Weg und wollen uns auch in Königssee einfach gut verkaufen."

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