Futsal in Kürze
Futsal - hinter diesen sechs Buchstaben verbirgt sich der Hallenfußball der Fifa. Der sogenannte "Futebol de Salao" wurde 1989 als offizielle Hallenfußball-Variante anerkannt.
In Deutschland ist Futsal noch nicht so populär wie beispielsweise in Brasilien, Italien oder Spanien, da hierzulande nach eigenen Regeln gespielt wird.
Im überwiegenden Teil der UEFA-Mitgliedsverbände gibt es landesweit eine Futsal-Liga und Nationalteams. Auf Dauer möchte da der DFB nicht nachstehen.
Wichtige Regeln:
- das Spielfeld wird durch Linien (Handballfeld) und nicht durch Banden begrenzt
- es wird mit 5 Akteuren auf Handballtore mit sprungreduziertem Ball gespielt
- alle Spielfortsetzungen müssen innerhalb von vier Sekunden durchgeführt werden
- Spielzeit zweimal 20 Minuten
- Grätschen am Mann ist ein Foul
- Mannschaftsfouls werden (ähnlich wie beim Basketball) gezählt. Ab dem 5. Foul (je Halbzeit) gibt es für jedes weitere einen direkten Freistoß ohne Mauer auf dem Zehn-Meter-Punkt(ut)

Magdeburg l Da hatte sich Magdeburg mit dem Event gerade einen Namen gemacht, war stets im Januar zum Mekka der besten deutschen Fußballspielerinnen geworden und konnte in diesem Jahr erstmals sogar auf eine ausverkaufte Arena verweisen. Und nun das. "Es ist sehr, sehr schade. Ich kann die Enttäuschung in Magdeburg verstehen", sagte Heike Ullrich, Abteilungsleiterin Spielbetrieb und stellvertretende DFB-Direktorin im Frauen- und Mädchenfußball. Und Annette Seitz vom DFB-Kommunikationsstab ergänzte: "Es ist auch deswegen so bedauerlich, weil das Turnier ein Top-Level erreicht hatte. Es steht bei allen Spielerinnen hoch im Kurs, auch wegen der anschließenden Players-Night."

Hintergrund für das plötzliche Aus in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt: Der DFB kommt ab 2016 als eines der letzten Länder der Forderung der Fifa nach, in der Halle die Futsal-Regeln anzuwenden. Die aber haben die Vereine für das seit mittlerweile 21 Jahren stattfindende DFB-Hallenmasters abgelehnt. Ullrich: "Futsal ist ein komplett anderes Spiel und die Umstellung für Leistungssportlerinnen einfach zu groß."

Da stellt sich zwangsläufig die Frage, ob es künftig eine andere Veranstaltung in ähnlicher Form geben wird. Ullrich dazu: "Es gibt Vorüberlegungen, aber noch nichts Konkretes." Im Raum steht so etwas wie eine Saison-Eröffnungspräsentation oder eventuell ein Outdoor-Turnier. Diesbezüglich schränkte Ullrich aber sogleich ein: "Da stößt man sicherlich schnell an seine Grenzen - allein schon wegen des engen Terminkalenders." Und was ein mögliches Event zum Saisonstart anbetrifft, dürfte Magdeburg ohne einen Erst-Bundesligisten dafür kaum in Frage kommen, was Ullrich allerdings nicht bestätigen wollte.

So bleibt Magdeburg nur die Gewissheit, seit der Premiere 2009 für ein echtes Highlight im bundesdeutschen Frauenfußball gesorgt zu haben. Und es bleibt die Hoffnung, dass es beim "Finale" am 17. Januar noch einmal hoch hergehen wird - einschließlich der nur für die Aktiven vorgesehenen und beliebten Players-Night im Maritim-Hotel.

Was den Hallenfußball im Allgemeinen anbetrifft, machte Heike Ullrich deutlich, dass Futsal ab 2016 konsequent vorangebracht werden soll. Das bedeutet konkret, dass nicht nur der DFB, sondern auch Landesverbände und Vereine verpflichtet sind, die neuen Regeln einzuhalten. Ullrich: "Die Vertreter der Landesverbände haben sich dafür ausgesprochen, im Rahmen der Umsetzung des Masterplans zukünftig in der Halle nur noch nach Futsalregeln zu spielen.