Halberstadt l Die Extreme beim Fußball-Regionalligisten Germania Halberstadt sind in der Hinrunde der Serie 2014/15 mehr als deutlich geworden. Zwischen Tabellenplatz vier (2. Spieltag) und dem letzten Platz (6. und 7. Spieltag) - der VfB Germania war leistungsmäßig fast überall vertreten.

Daher fällt es dem Sportlichen Leiter Stephan Grabinski nicht schwer, relativ schnell und kurz die ersten 16 Begegnungen der laufenden Saison zusammenzufassen. "Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt." Für den 46-Jährigen, der seit dem Sommer die "Strippen im Vorharz zieht", war alles dabei, "von tollen Leistungen, über `nehmen wir gern mit` bis hin zu großen Enttäuschungen". Damit macht er zugleich deutlich, an was es zuletzt und aktuell bei den Vorharzern hapert: "Uns fehlt die Konstanz in den Leistungen, obwohl die Qualität vorhanden ist. Das wird gleichzeitig das Wichtigste ab Rückrundenbeginn sein, das es abzustellen gilt."

Kurz vor Ende der Halbserie, der VfB muss am Sonnabend noch im Viertelfinale des FSA-Pokals beim VfL Halle antreten, stößt Grabinski allerdings nicht das Personalkarussell an, mögliche Verstärkungen sind (bisher) kein Thema. "Wir haben 22 Vertragsspieler, die unser Vertrauen genießen. Es gibt keine Abgänge, also kommt auch keiner dazu."

Bei der Ursachenforschung, warum es dem Team an Kontinuität fehlt und warum die Leistungen derart schwanken, führt Halberstadts Sportchef die unterschiedlichen Charaktere an. "Die Mannschaft ist mit Typen besetzt, die aufgrund ihrer Erfahrung leiten und führen können. Dann gibt es welche, die mit weniger breiter Brust auflaufen, und die Jungen. Grundsätzlich ist mein Eindruck, dass, wenn einer wackelt, gleich mehrere ins Wanken geraten. Es mangelt ein wenig an einem `Oberindianer`, der alles in die Hand nimmt. Die Gründe dafür sind in jedem Fall komplex. Auch fehlende Routine bei Einzelnen gemischt mit zu wenig Selbstbewusstsein sind sicher ein Grund."

Folglich kamen auf der einen Seite Ergebnisse heraus, wie die Überraschungssiege gegen den FCM (4:2) oder in Zwickau (2:1), auf der anderen Seite die kaum akzeptablen 0:2-Niederlagen gegen Schlusslicht Meuselwitz und Babelsberg sowie das 2:5 gegen den BAK. "Wir haben das Revue passieren lassen, Klartext mit den Spielern geredet, ohne auf sie einzudreschen", so Grabinski. "Mit Rückrundenbeginn wollen wir das besser in den Griff bekommen."