Magdeburg l Die Magdeburger nach vier Siegen in Folge und 23:11 Zählern im Aufwind, die Gäste aus Minden nach drei Auswärtspleiten in Folge und 10:24 Punkten mitten im Abstiegskampf - da könnte der geneigte Handball-Fan schon auf die Idee kommen, dass dem SCM am Sonntag ein Punktspiel der leichteren Art bevorsteht. Doch das jüngste Beispiel schärft die Sinne dafür, dass in dieser Saison in der Handball-Bundesliga offensichtlich nichts unmöglich ist. Denn wer hätte nur einen Pfifferling darauf verwettet, dass Aufsteiger Erlangen die übermächtig scheinenden Rhein-Neckar Löwen mit 27:25 in die Knie zwingt?

Somit versucht auch Trainer Geir Sveinsson, seinen Jungs gebetsmühlenartig Respekt einzubläuen: "Ich habe das schon tausendmal gesagt: Wir müssen jeden Gegner ernstnehmen, egal, wo er in der Tabelle steht. Minden hat diese Saison schon gute Spiele gemacht. Da sollten alle gewarnt sein."

SC Magdeburg dankbar für Zuschauerzuspruch


Nichtsdestotrotz erklärt der Isländer einen Sieg zur Pflicht. "Wir spielen zu Hause und wollen unseren Fans guten und erfolgreichen Handball zeigen und die zwei Punkte holen", so der Coach, der morgen auf Yves Grafenhorst (Sprunggelenksverletzung) verzichten muss. Für den Linksaußen rückt Youngster Vincent Sohmann ins Aufgebot.

Der Unterstützung durch den achten Mann können sich van Olphen Co. indes sicher sein. Bis Freitagvormittag waren bereits 5200 Tickets verkauft. "Den super Zuschauerzuspruch hat sich unsere Mannschaft durch den sportlichen Erfolg erarbeitet", spielt Steffen Stiebler, der Sportliche Leiter, auf die sechs Heimsiege in Serie an.

Und damit am Sonntag der sechste "Streich" folgen kann, müsse die Konzentration hochgehalten werden: "Minden hat auch eine Mannschaft, die immer für eine Überraschung gut ist. Da müssen wir von Anfang an unsere Stärken konsequent ausspielen: Eine starke Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torhüter sowie Geduld und Disziplin im Angriffsspiel."

Minden hat ein Personalproblem


Mit großen Leistungsschwankungen haben derweil die Mindener zu kämpfen, die mit Keeper Gerrie Eijlers sowie Marco Oneto, Moritz Schäpsmeier und Ex-Youngster Christoph Steinert vier ehemalige Magdeburger in ihren Reihen haben. Einmal spielt die Mannschaft von Trainer Goran Perkovac die Füchse und den HSV an die Wand und dann geht sie in Lemgo und Melsungen sang- und klanglos unter.

Dennoch wirft der Trainer die Flinte nicht ins Korn: "28 bis 30 Punkte bleiben unser Saisonziel, und es wäre toll, wenn wir am Ende Elfter werden." Die Auswärtsschwäche sei eine Kopfsache. "Wir müssen einfach nur mal richtig gut spielen und damit eine Serie starten. Uns fehlen das Selbstvertrauen und die Sicherheit", so Perkovac.

Allerdings drückt die Gäste personell der Schuh, nachdem sich Miladin Kozlina beim Spiel gegen Kiel (23:32) eine schwere Schulterverletzung zugezogen hat und mindestens sechs Wochen ausfällt. "Damit fehlen uns die einfachen Tore aus dem Rückraum", fürchtet der Coach.