Magdeburg l Die Abschlussveranstaltung mit allen zwölf Bundesligisten erfüllte am Sonnabend alle Erwartungen. Die Halle war schon zwei Tage vorher mit 4634 Zuschauern ausverkauft, es gab spannenden, rasanten Frauenfußball mit nur vier Zeitstrafen, keiner einzigen Roten Karte und insgesamt 97 Toren zu sehen, und auch die bei allen Aktiven stets beliebte Players Night im Maritim-Hotel hatte es in sich, verließen die letzten Gäste die Piano-Bar doch erst gegen 4 Uhr morgens.

Nur Titelverteidiger Turbine Potsdam hätte sich einen anderen Abgang gewünscht, schied doch der Rekordgewinner (sieben Siege) nach der Vorrunde als Tabellenletzter mit lediglich zwei Punkten sang- und klanglos aus. Ein Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Hoffenheim hätte fürs Weiterkommen gereicht, doch es kam nur ein 2:2 heraus.

Trainer-Legende Bernd Schröder (72) nahm hinterher kein Blatt vor den Mund, sprach "von einer Katastrophe, was wir geboten haben". Und: "Ich kann mich bei den Zuschauern nur entschuldigen." Auch an der Players Night nahmen die Brandenburgerinnen nicht mehr teil, weil sie gestern in Richtung Israel zu einem Freundschaftsspiel gegen die U-19-Nationalelf aufbrachen.

Dafür trumpfte ein Team auf, mit dem vorher absolut nicht zu rechnen war - Bayer Leverkusen. Nach schwachem Start (1:3 gegen Wolfsburg) steigerten sich die Schützlinge von Trainer Thomas Obliers von Spiel zu Spiel, schalteten im Halbfinale den großen 1. FFC Frankfurt durch ein Last-Minute-Tor mit 3:2 aus und setzten sich schließlich auch in einem packenden Endspiel gegen den VfL Wolfsburg mit 1:0 durch. Turid Knaak erzielte zwei Minuten vor Schluss per Neunmeter das goldene Tor, nur 32 Sekunden später hatte Alexandra Popp vom Punkt die Riesenchance zum Ausgleich, schoss aber vorbei. Auch eine numerische Überzahl in den letzten 30 Sekunden konnten die Wolfsburgerinnen nicht nutzen. So schaffte Bayer die Überraschung. Kurios: Beide Mannschaften bestritten damit das erste und letzte Spiel des Turniers.

"Wir haben es nach hinten heraus immer besser gemacht. Es ist ein schönes Gefühl, letzter DFB-Hallenpokalsieger zu sein. Ich bin stolz auf meine Mannschaft", sagte Bayer-Coach Obliers. Sein Kollege und frischgebackener Welttrainer Ralf Kellermann erwies sich als fairer Verlierer: "Wir hätten gerne selber gewonnen, aber Bayer ist ein würdiger Sieger." Und weiter: "Insgesamt war es ein spannendes, sehr gutes Turnier und Werbung für den Frauenfußball."

Damit zerplatzte auch der Traum der jetzt in Diensten des VfL stehenden Magdeburger Torhüterin Almuth Schult, endlich einmal den Pott zu holen. Dafür durfte die 23-Jährige in der Elbestadt bleiben, konnte so gestern noch Freunde und Verwandte besuchen.

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