Elbingerode (red) l Die Vorzeichen für dieses Spiel standen nicht gut für die Oberharzer. Beide Spanier waren eigentlich nicht einsatzfähig. Garny Garcia Nivar war nach seiner Disqualifikation noch gesperrt und Defensivanker Candido Matoso noch nicht von seiner Verletzung genesen.

Dennoch wollten die Baskets die Tabellenführung verteidigen und den Vorsprung gegenüber Tiergarten halten. Doch was nach Anpfiff geschah, gab es so noch nicht in der Bodfeld-Halle. Als mit Abstand offensivstärkstes Team, startete man mit nur neun erzielten Punkten in das erste Viertel. Auch defensiv stand keine Einheit auf dem Feld, die sonst so starke Verteidigung ließ im ersten Viertel 24 Punkte zu. So lag man bereits nach zehn Minuten unglaubliche 15 Punkte in Rückstand (9:24).

Im zweiten Viertel setzte sich das Horrorszenario fort. Die Defensivleistung war maximal unterer Durchschnitt, mit 19 zugelassenen Punkten viel zu schwach für eine Aufholaktion. Doch viel schlimmer agierten die Baskets in der Offensive. Ausschließlich Leslie Addo und KJ sorgten für zwölf Punkte im zweiten Spielabschnitt. Dabei erschreckend die Freiwurfquote vom Engländer. Bei zehn Versuchen kam er lediglich auf vier Treffer. Auch Spielerwechsel brachten keine nennenswerte Besserung. Matoso und Primorac gänzlich neben der Spur, fanden einfach nicht in die Partie und so kam es, wie es keiner wollte: 21:43-Halbzeitstand. Viele dachten da bereits an eine Vorentscheidung.

Dem war aber nicht so. Was auch immer in der Kabine passierte, es zeigte Wirkung. Defensiv fand man immer noch wenig Mittel gegen die stark aufspielenden Berliner, wieder wurden 18 Punkte zugelassen. Offensiv fand der Gastgeber dagegen zu alter Stärke und wurde dabei von drei Spielern getragen: Weber, Harvey und KJ erzielten im Kollektiv 34 der 36 Punkte. Am Ende des dritten Viertels war der Rückstand fast aufgeholt. Es stand nur noch 57:61.

Die Oberharzer konnte mit ihren zwei Großen jetzt wieder Druck am Brett aufbauen, was im dritten Viertel der Schlüssel zur Aufholjagd war. Beim Stand von 60:63 kassierte Matoso sein fünftes Foul, daraufhin konnte die Mannschaft den Gästen keine Paroli mehr bieten und verlor das Spiel letztlich verdient mit 72:84.

"Natürlich haben wir extrem viel falsch gemacht heute. Dennoch muss man eines lobend erwähnen. Unseren Willen und Charakter. Sich nach so einer ersten Hälfte nicht hängen zu lassen und wie ein echter Tabellenführer aus der Kabine zu kommen, das war stark. Letzten Endes hat es genau das entschieden, was ich vor dem Spiel angesprochen haben - Foultrouble am Korb. Hätten wir einen großen mehr gehabt, bin ich mir sicher, dass Südwest am Ende mehr hätte schwitzen müssen", sagte ein enttäuschter Carsten Schäfer.

Für die Bodfeld Baskets spielten: Addo (13), Harvey JR (22), KJ (19), Matoso (2), Primorac (0), Saran (0), Wache (0), Weber (16).