Berlin (jb) l Arthur Abraham hatte seinen Titel gerade mühelos verteidigt, da nahm der Boxweltmeister erneut einen Mega-Fight gegen Felix Sturm ins Visier. "Wir haben jetzt dreimal mit Robert Stieglitz geboxt, jetzt direkt gegen Sturm zu kämpfen, wäre für mich und die Fans besser", sagte der 35-Jährige nach seinem einstimmigen Punktsieg (116:112, 117:111, 117:111) gegen den Engländer Paul Smith am Samstagabend in Berlin.

Sat.1 war mit seiner Abraham-Premiere zufrieden und freute sich über 4,09 Millionen Zuschauer im Schnitt. Der TV-Sender und die Manager der besten Supermittelgewichtler Deutschlands können sich die nächsten Kämpfe nach Marktlage zusammenpuzzeln. Nach WBO-Statut müsste Weltmeister Abraham in den nächsten 90 Tagen seinen Titel gegen Robert Stieglitz pflichtverteidigen.

Aber über die Zugkraft des vierten Duells zwischen beiden (bisherige Bilanz 2:1 für Abraham) läst sich streiten. "Ich erwarte den Brief der WBO mit der Aufforderung des Kampfes gegen Stieglitz in den nächsten Tagen. Mal sehen, was da zu machen ist", sagte Promoter Kalle Sauerland in der Nacht zum Sonntag vielsagend und deutete damit an, dass der für Abraham attraktivere Kampf gegen Sturm vielleicht früher kommen könnte als gedacht.

Stieglitz hatte seinerseits betont, "gegen jeden" erneut in den Ring treten zu wollen. Doch wenn es nach dem Ex-Weltmeister ginge, würde auch er lieber gegen Sturm als gegen Abraham boxen (Volksstimme berichtete in der Sonnabend-Ausgabe).

Sein Promoter Ulf Steinforth stellte indes gestern auf Volksstimme-Anfrage klar: "Robert und ich waren in Berlin und haben uns den Kampf aus nächster Nähe angeschaut. Aber besprochen oder verhandelt wurde da nichts. Warum auch? Die Sauerländer tun so, als könnten sie bestimmen, wo es langgeht. Aber das ist kein Wunschkonzert." Fakt sei vielmehr, dass einzig und allein der Weltverband WBO das Sagen habe, so der SES-Promoter: "Bei der WBO-Convention Ende Oktober wurde eindeutig gesagt, dass Robert der nächste Pflichtherausforderer von Abraham ist. Und ich gehe deshalb davon aus, dass der Kampf Ende Mai angesetzt wird."