Magdeburg l Der Glaube versetzt Berge, heißt es so schön. Aber diesen Glauben muss man sich erst erarbeiten. Nicht, dass Trainer Dimitris Polychroniadis zwischenzeitlich seinen Glauben an die Otto Baskets des BBC Magdeburg verloren hätte, dennoch war aufgrund der personellen Rückschläge das Saisonziel in der 2. Bundesliga Pro B zwischenzeitlich in die Grauzone zwischen leisem Hoffen und schwerem Bangen gerutscht. Doch nach dem 54:52 (10:9, 13:14, 7:11, 24:18)-Sieg am Freitag in der Gieselerhalle gegen die Uni-Riesen Leipzig lebt die Hoffnung mehr denn je. Die Ottos belegen Rang sechs mit 22 Punkten, ein Sieg im Heimspiel gegen die Dresden Titans am kommenden Sonntag (16 Uhr) dürfte endgültig reichen, um in die Play-offs (Platz eins bis acht) einzuziehen.

Als Polychroniadis die Leistung gegen Leipzig analysierte, klang der 45-Jährige selbst überrascht vom Erfolg, der trotz der Ausfälle von Phil Stachula (Kreuzbandriss), Chris Frazier (Mittelfußfraktur) und nach einer zehntägigen Zwangspause von Joe Buck (Rücken) zustande gekommen ist: "Wenn wir den Schritt in die Play-offs gehen, hätten wir mehr erreicht, als wir eigentlich konnten und sollten."

Den Glauben daran hatte am Freitag nicht nur die erneut starke Verteidigung am Leben gehalten: "Wir müssen über die Verteidigung gewinnen, dafür wurden wir belohnt", sagte Polychronidis. Die Baskets hielten grandios die Top-Scorer Khalil Kelley bei zwei und Christopher Flores bei sechs Punkten. Sonst sammeln beide im Schnitt 27 Zähler. Dafür "hatten wir zwischendurch Pech bei unseren Würfen", erklärte der Trainer. Bis Joel Mondo im vierten Viertel zur Gala auflief: Acht seiner 14 Punkte markierte der 26-Jährige in diesem Abschnitt zur 52:48-Führung (39.) - per Sprungwurf, Leger oder auch gegen zwei "Riesen". "Das war sensationell", lobte Polychroniadis. "Die Mannschaft hat Charakter gezeigt, wir haben es geschafft, nicht vorhandene Qualitäten wettzumachen."

Dass die Ottos den Berg nun endgültig versetzen und es in den Play-off-Modus schaffen können, daran glauben selbst die verletzten Akteure. Denn Frazier stellte per Facebook-Nachricht dazu klar: "Wir kriegen das hin."