Meißen/Samswegen l "Wir sind jetzt so gut drauf und schlagen im Halbfinale Germania Obrigheim", nahm Markus Krümmer im Überschwang seiner Siegesgefühle nach dem klaren 743,2:615,8-Erfolg des SSV Samswegen über den AC Meißen unter der Dusche den Mund ziemlich voll. Doch mit der Stimmungskanone der Bördestemmer ("Ich befinde mich mit dem Vorstand in ernsthaften Gesprächen und möchte gern ein weiteres Jahr für Samswegen heben") waren in diesem erhabenen Moment wohl die "Pferde" ein wenig durchgegangen.

Zwar hatte das SSV-Sextett seine Saisonbestleistung erneut um rund fünf Punkte verbessert. Doch für die Pfälzer aus Obrigheimer, Erster der Bundesliga-Westgruppe, stehen nach Abschluss der Gruppenwettkämpfe immerhin 885 Zähler zu Buche.

Ddie vom Trainergespann Günter Schliwka/Hartmut Stellmacher auf die Bühne geschickten Samsweger Athleten stellten unter Beweis, dass noch mehr möglich ist. Während die zuletzt mit Verletzungen kämpfenden Nico Krüger und Krümmer nach Schliwkas Ansicht "voll im Limit" hoben, besteht bei Ronny Winter, Dirk Springer, Marc Eckhardt und Weltklasse-Stemmer Tomasz Zielinski noch "Luft nach oben". Winter hatte sich mit zwei unnötigen Fehlleistungen "selbst um den Lohn der Arbeit gebracht". Statt der erreichten 125 wären sogar 135 Punkte möglich. Eckhardt hatte nur drei gültige Hebungen, patzte gar zweimal bei 181 Kilo im Stoßen und blieb deutlich unter den Erwartungen.

Der zuletzt an Knieproblemen laborierende Pole Zielinski legte einen mit den Trainern abgesprochenen "Schongang" ein, versprach jedoch, im Halbfinale noch deutlich "einen draufzulegen".

Bei Dirk Springer erlebten die mitgereisten Samsweger Anhänger in der Tat einen "historischen Moment". Der 35-jährige Routinier, in der Vorwoche noch für seine bislang fehlerfreien Auftritte bei den Bördehebern gelobt, leistete sich in Meißen den ersten Fehlversuch für Samswegen. Dennoch gab der 103-Kilo-Mann nicht klein bei: "Das ist zwar sehr ärgerlich, kann aber passieren." Nicht nur Springer hatte Probleme mit den schwierigen Bodenverhältnissen auf der Meißener Bühne, denn "ich bin beim Ausstoßen mit dem Fuß hängengeblieben". So standen für ihn statt der angestrebten 106 lediglich 101 Zähler im Protokoll.