Magdeburg l Die Fußstapfen sind riesig, doch Mick Schumacher hat eindrucksvoll den ersten Schritt aus dem übergroßen Schatten seines Vaters Michael gemacht. Nach zwei guten Rennen mit den Plätzen neun und zwölf sorgte der 16-Jährige im dritten und letzten Saisonlauf im Rahmen der Saisonpremiere der Formel 4 in der Motorsport Arena Oschersleben mit einem Sieg für einen Paukenschlag. Schumacher jr. fuhr von Startplatz zwei an die Spitze und kontrollierte nach einer Safety-Car-Phase das Rennen fehlerlos und siegte vor seinem Teamkollegen bei Van Amersfoort Racing, dem Australier Joey Mawson.

"Das war sicherlich ein toller, aber auch überraschender Einstand und gut fürs Selbstvertrauen", sagte Managerin Sabine Kehm, die den Schüler das ganze Wochenende vor den Anfragen der fast 200 akkreditierten Journalisten und allzu neugierigen Fans unter den 20 000 Zuschauern schützte. Kehm managt seit 2010 auch Michael Schumacher und betreute dessen Familie nach dem Skiunfall im Dezember 2013. "Es war ein perfekter Start in ein hoffentlich schönes, erstes Formel-Jahr, man sollte es aber auch nicht überbewerten", bremste Kehm die Erwartungen.

Schon in den ersten beiden Rennen hatte der ehemalige Kart-Champion sein Talent mit vielen Überholmanövern und einer Aufholjagd angedeutet, wenngleich es noch nicht für den Sprung auf das Podium reichte. Immerhin gab es für Platz neun im ersten Rennen schon den Pokal als bester "Rookie" (Neuling) im Feld. Am Sonntag folgte dann sein erster Sieg. "Einfach unglaublich, so ein Rennen zu gewinnen", sagte Schumacher bei Sport1, "ich bin überglücklich. Es ist unbeschreiblich."

Schumacher jr. präsentierte sich das ganze Wochenende hoch konzentriert und fokussiert wie einst sein Vater. Auch die zahlreichen Schaulustigen und Fotografen rund um das Zelt seines niederländischen Teams lenkten ihn nicht ab. Die bekamen dann bei der Siegerehrung ihr Wunschmotiv: ein strahlender Mick Schumacher mit dem Siegerpokal.