Duisburg/Magdeburg l Die deutschen Kanuten haben beim Heim-Weltcup in Duisburg mit vier Siegen, einem zweiten Rang und drei dritten Plätzen in den zwölf olympischen Klassen überzeugt. Eine faustdicke Überraschung gab es aus Magdeburger Sicht: Nicht wie erwartet Yul Oeltze, sondern sein Teamkollege Michael Müller hat sich mit einem Sieg für den olympischen Zweier-Canadier bei den Weltmeisterschaften im August in Mailand in Stellung bringen können.

In einem atemberaubenden Finale über 1000 Meter setzte sich der neuformierte C2 mit Peter Kretschmer (Leipzig) und Müller gegen die EM-Bronzemedaillengewinner Oeltze und Ronald Verch (Potsdam) durch. "Die Enttäuschung ist bei uns natürlich groß. Wir hatten andere Ziele", sagte der am Ende Drittplatzierte Oeltze, den das Gold im abschließenden Langstreckenrennen im nichtolympischen C1 über 5000 Meter ein wenig über die Enttäuschung hinweghalf.

Mit Rang sieben im Canadier-Einer über 1000 Meter rundete Erik Leue das insgesamt erfreuliche Abschneiden der Magdeburger beim ersten Weltcup der Saison ab. "Ich habe mich der Konkurrenz gestellt, konnte zumindest über die lange Strecke das Finale erreichen. Allerdings musste ich feststellen, dass im Einer ein anderes Niveau herrscht als in den Mannschaftsbooten", so Leue, der hinter Sieger Sebastian Brendel (Potsdam) als Siebter durchs Ziel gekommen war. "Meine volle Konzentration gilt jetzt der Vorbereitung des 500-Meter-Einers beim Weltcup in Kopenhagen nächstes Wochenende."

Obenauf und "rundum zufrieden und glücklich" war Michael Müller. Erst vor vier Wochen hatte er mit Kretschmer, dem in den letzten zwei Jahren "abgetauchten" Olympiasieger von London, im C2 zusammengefunden: "Schon im Training waren wir gut drauf. Aber wir wussten auch, dass Yul und Ronald im Wettkampf noch eine Schippe drauflegen können." Mit dem Ausgang des Rennens war der 23-Jährige zufrieden: "Wir sind so gefahren, wie wir es im Training geübt haben. Dass es für Rang eins gereicht hat, ist top, aber wir müssen noch ein bisschen an uns arbeiten."

Der 23-jährige Kretschmer meinte zum Erfolg in der internen WM-Qualifikation: "Dass wir uns durchsetzen konnten, ist klasse. Ich hoffe, dass es Step by Step so weitergeht." Überzeugt hat der Sieg des neuen Zweiers mit einer Bootslänge Vorsprung offensichtlich auch Bundestrainer Reiner Kießler: "Wenn nichts passiert, gehen Kretschmer/Müller jetzt in Richtung WM."