Magdeburg l Stephan Krüger sehnt sich danach, mal wieder Weltmeister zu werden. Sechs Jahre ist es her, als der Rostocker zum ersten und bislang letzten Mal den Titel gewann: damals auf dem Maltasee in Posen (Polen), damals schon im Doppelzweier, damals noch mit Eric Knittel (Berlin). Sein Partner in dieser Saison heißt Marcel Hacker vom SC Magdeburg. Auch er gewann 2009 Edelmetall in Posen: Bronze im Doppelvierer.

Am Wochenende kehren Krüger und Hacker auf den Maltasee zurück, diesmal zur Ruder-Europameisterschaft. Krüger sagt: "Der EM-Titel wäre schön." Hacker blickt voraus: "Wir wollen um Gold mitfahren."

Hoffnung auf vordere Plätze


In Sachen Harmonie sind Krüger und Hacker inzwischen einen Schritt weitergegangen. In der öffentlichen Kommunikation reden sie über die selben Ziele. Und neuerdings pflegen sie im sozialen Netzwerk "Twitter" ein gemeinsames Konto.

Auf dem Wasser haben sie zuletzt im Trainingszentrum zu Ratzeburg an ihrer Harmonie gearbeitet. "Einheit für Einheit ist es besser geworden", sagt Krüger. "Jeder von uns muss bei sich Abstriche machen, um gemeinsam erfolgreich zu sein." Hacker erklärt zum Ergebnis: "Wir können jetzt auch mit weniger Aufwand schnell fahren."

Krüger fällt es nicht schwer, den ehemaligen Gefährten Knittel, der im Frühjahr 2014 seine Karriere beendete, mit dem neuen Gefährten Hacker zu vergleichen: "Eric war zurückhaltend, Marcel kann impulsiv sein. Und dann wird es lustig." Nur nicht im Boot: "Da sprechen wir nicht viel, weil sich jeder auf seine Arbeit konzentriert." Diese Arbeit soll sich bei der EM auszahlen, wenn die harte Konkurrenz, die bei ihrem Weltcup-Sieg in Bled (Slowenien) vor drei Wochen noch fehlte, ebenfalls startet: Kroatien, Italien, Großbritannien, Litauen. "Wir sind euphorisch, dass wir vorne mitspielen können", erklärt Hacker.

Entscheidungen über die Zweierbesetzung


Diese Euphorie wird von leisen Tönen getragen: "Wir wollen uns gut verkaufen", sagt der 38-Jährige. Der Plan beschränkt sich nicht allein auf Gold, es geht auch um die Zukunft dieses Zweiers. Bundestrainer Marcus Schwarzrock wird nach der EM entscheiden, welchem Boot er die größeren Titelchancen bei der Weltmeisterschaft Anfang September in Aiguebelette (Frankreich) einräumt: dem Doppelzweier oder -vierer. Und je nach dem wird er eine Umbesetzung vornehmen.

"Man kann sich was wünschen", meint Krüger (26). Sollten beide am Finalsonntag als Erste ins Ziel kommen, "können wir vielleicht unseren gemeinsamen Weg im Zweier fortführen". Und später sogar Krügers sechs Jahre andauernde Sehnsucht nach dem zweiten WM-Titel stillen. Bei Hacker liegt der erste noch länger zurück: 2002 gewann er im Einer in Sevilla (Spanien).