Was ist ein verlängerter Rotationsellipsoid? Für die Anhänger des American Football dürfte diese in höchst verquerem Deutsch gestellte Frage schnell aufzulösen sein. Dabei handelt es sich nämlich um nichts anderes als das Spielgerät dieses Mannschaftsports, umgangssprachlich auch das Ei genannt.

Magdeburg. Der gemeine Magdeburger wird sich mit noch ein paar mehr für ihn unbekannten Begriffen anzufreunden haben, wenn er am 8. Oktober bei der Premiere des German Bowl, des Endspiels um die deutsche Meisterschaft, in der MDCC-Arena dabei sein - und das Spiel dann möglichst auch noch verstehen will. Da wimmelt es nur so von Defense und Offense, von Quarterback und Touchdown, von Kick-Off und Running Back.

Doch Angst vor einer weitgehend unbekannten Sportart ist eigentlich fehl am Platz. Weil es, so versichern die Veranstalter, zuallererst um den Eventcharakter geht, um ein äußerst familienfreundliches Ereignis, darum, tollkühne Männer mit Helm und riesigen Schulterpolstern bei ihrer rasanten Jagd nach dem Ei zu beobachten. Der Sinn des Spiels ist, trotz komplizierter Regeln, schnell erzählt: Zwei Mannschaften aus je elf Spielern versuchen, den Spielball in die gegnerische Zone zu bringen oder ein Field Goal zu erzielen, um Punkte zu gewinnen. Die sich im Ballbesitz befindende Mannschaft kann durch Werfen oder Laufen Raumgewinn beziehungsweise einen Touchdown oder ein Field Goal erzielen.

Der German Bowl hat inzwischen - nicht nur bei ausgewiesenen Fans des American Footballs - Kult-Charakter. Abgesehen vom Fußball gibt es in Deutschland keine weitere Rasen-Mannschaftssportart, deren Finale in der Spitze bis zu 30 000 Zuschauer anlockt.

Und genau da will auch die Elbestadt anknüpfen. Für drei Jahre hat sie das Recht erworben, den German Bowl ausrichten zu dürfen. "Wir waren auf der Suche nach einer Arena, die nicht zu groß und nicht zu klein ist und sich möglichst in der Schnittlinie der Zentren unserer Sportart in Deutschland befindet", sagt der Pressesprecher der American-Football-League Deutschland, Christian Piwarz. Etwa 40 000 Männer (und auch Frauen!) versuchen sich mittlerweile zwischen Nordsee und Alpen im American Football.

Seit dieser, wie der Name schon sagt, ur-amerikanische Sport 1979 in Deutschland seine offizielle Premiere erlebte - zuvor wurde er hierzulande fast ausnahmslos von Besatzungssoldaten der US-Armee betrieben -, lag das Leistungszentrum meist im Norden, in Berlin, Hamburg, Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Kiel. Fünf von sechs Meisterschaften gingen in den Norden. Aktueller Titelträger sind die Kiel Baltic Hurricanes, Rekordmeister mit sieben Erfolgen die Braunschweig Lions. Die Berlin Adler sind zudem Sieger im europäischen Pokal.

Wer sich nun am 8. Oktober in Magdeburg gegenübersteht, das wird sich allerdings erst Ende September herauskristallisiert haben. Bis dahin laufen nämlich in zwei Staffeln (Nord und Süd) die Gruppenspiele, an denen insgesamt 14 Teams beteiligt sind. Die beiden Sieger ermitteln dann in Magdeburg den Gewinner des German Bowl.

Bis dahin bleibt den Organisatoren, die sich von dem Event endlich wieder einmal ein möglichst volles Stadion (die Eintrittspreise liegen zwischen 5 und 30 Euro) versprechen, noch einiges zu tun. Doch schon jetzt versichert Svenja Bergroth von der Stadion- und Marketing GmbH: "Das Endspiel wird der Höhepunkt eines bunten Familientages."