Ein 16- bis 18-köpfiges Team will der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) zu den Weltmeisterschaften nach Schanghai (China) entsenden. Doch die Reise ins Reich der Mitte sollen nur konkurrenzfähige Aktive antreten. Entsprechend hoch sind die Normen bei den von heute bis Sonntag in Berlin stattfindenden deutschen Meisterschaften.

Magdeburg. Wer sich in den nächsten Tagen für die WM (16. bis 31. Juli) qualifizieren möchte, muss verdammt schnell sein: Nur wer, in welcher Disziplin und über welche Strecke auch immer, eine Zeit unter den elf Besten der Welt schwimmt sowie Finalrang eins oder zwei belegt, soll überhaupt erst die Chance auf eine WM-Nominierung bekommen.

"Jetzt sind die Sportler dran, sie müssen die Antwort geben", fordert Bundestrainer Dirk Lange.

Der SC Magdeburg schickt 35 Athletinnen und Athleten in die Schwimmhalle des Europa-Sportparkes in der Berliner Paul-Heyse-Straße, allen voran der zweimalige Vizeweltmeister Helge Meeuw, Vize-Europameis-ter Christian Kubusch sowie Franziska Hentke und Leif-Marten Krüger.

Bernd Henneberg, verantwortlicher Spitzentrainer beim SCM, ist bei der Vorbereitung seiner Schützlinge einen unkonventionellen Weg gegangen, der allerdings bei der EM im Vorjahr erste Erfolge gezeitigt hat: Immerhin gewann Kubusch EM-Silber über 800 m Freistil, Hentke wurde über 200 m Schmetterling Sechste. Wie vor einem Jahr kommen die Elbestädter Topschwimmer unmittelbar aus einem Trainingslager in Flagstaff (USA). Kubusch und Hentke trainierten 23 Tage in der Höhe, Meeuw und Krüger 13 Tage, wo sie sich 2000 m über dem Meeresspiegel in extremer Sauerstoffknappheit auf die deutschen Meisterschaften vorbereitet haben.

Am Sonntagabend (Ortszeit) in Phoenix gestartet, waren die Schwimmer gestern in Frankfurt/Main gelandet und sofort nach Berlin weitergefahren, wo sie von ihren SCM-Mannschaftskollegen schon erwartet wurden.

"Es war ein gutes Trainingslager", sagte Henneberg gestern kurz nach der Landung auf dem Frankfurter Flughafen. "Alle sind gesund und munter. Jetzt hoffen wir auf gute Ergebnisse bei den Meisterschaften. Die Spannung ist jedenfalls sehr groß. Allerdings sind auch die Normzeiten des DSV äußerst hart. Es wäre toll, würden sich zwei oder drei aus unserem Verein für die WM qualifizieren."

Zwei Beispiele mögen die hochgeschraubten Normzeiten des Deutschen Schwimmverbandes verdeutlichen: Helge Meeuw müsste über 100 m Rücken 54,00 Sekunden schwimmen. Sein aktueller Europarekord steht bei 52,27 Sekunden. Franziska Hentke müsste über 200 m Schmetterling 2:07,00 Minuten erzielen. Im Vorjahr wurde die 22-Jährige in 2:09,01 Minuten EM-Sechste ...