Magdeburg. Schlaftabletten sind unter Boxern dieser Tage in Magdeburg offenbar ein gefragtes Gut. Vor dem Supermittelgewichts-WM-Kampf am Sonnabend gegen Lokalmatador Robert Stieglitz hatte das Lager des armenischen Herausforderers Khoren Gevor gefrotzelt, der Champion werde mit dem Heranrücken des Termins noch so manch schlaflose Nacht haben. Daraufhin überreichte Stieglitz seinem Gegner beim nächsten öffentlichen Termin eine Schachtel im Paketformat. Inhalt: Eine Tablette in Tortengröße ...

Gevor nahm es mit Humor und reichte das Mittelchen an Stieglitz-Betreuer Axel Schulz weiter: "Falls du noch einmal gegen Klitschko boxt ..."

Ansonsten weicht mit dem Näherrücken des Fights der Spaß zwischen beiden Seiten immer mehr dem Ernst. Die bisher deutlichste Attacke ritt der Gevor-Clan, als er kurz vor Ultimo Knall auf Fall ein neues Kampfgericht forderte. Beim Veranstalter SES erwartete man dazu bis zum gestrigen Abend ein Statement des Weltverbandes WBO. Denn klar ist: Eine Veränderung kann nur dieses Gremium vornehmen. SES-Chef Ulf Steinforth: "Ich sehe darin zuallererst einen taktischen Schachzug der Gegenseite. Mit dem Hintergrund, dass man bei den Punktrichtern diesmal vielleicht noch genauer hinguckt."

Apropos Hingucken. Sat.1 hat den Beginn seiner Live-Übertragung um eine Dreiviertelstunde nach hinten verlegt (23.05 Uhr). Damit soll einer Interessenskollision mit der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" vorgebeugt werden. Im Anschluss an den Stieglitz-Kampf strahlt Sat.1 dann noch das WM-Frauen-Gefecht Ramona Kühne gegen Michelle Larissa Bonassoli (Brasilien) und den ersten SES-Auftritt von Jack Culcay aus.