Dessau-Roßlau (dpa). Nach 610 Begegnungen in der zweiten Liga, 276 Siegen, 68 Unentschieden und 266 Niederlagen kam das Aus. Der Dessau-Roßlauer HV muss nach der 25:32 (9:16)-Niederlage im ersten Relegationsspiel beim SC DHfK Leipzig den Gang in die Regionalliga antreten. Damit geht eine Ära zu Ende. 19 Jahre lang gehörte die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt zur zweit-höchsten deutschen Spielklasse, überstand dabei auch drei Insolvenzen. "Realistisch betrachtet, hatten wir gegen Leipzig nicht den Hauch einer Chance. Unsere Spieler haben dem Druck nicht standgehalten", lautete der Kommentar vom DRHV-Präsidenten Thomas Zänger nach dem Debakel beim Meister der 3. Liga Ost.

Die Qualifikation für die eingleisige zweite Liga hat das Zweitliga-Urgestein jedoch nicht in Leipzig verspielt. Mit Ach und Krach erreichte der DRHV durch den 31:29-Erfolg am letzten Spieltag in Emsdetten den Relegationsplatz.

"An diese großartige Leis-tung konnten wir in Leipzig nicht anknüpfen. Das war jedoch symptomatisch für die ganze Saison. Wir haben zu viele Zähler gegen schwächere Gegner verschenkt", erklärte Zänger.

Doch Zänger kreidet nicht nur der Mannschaft und dem am 8. Mai entlassenen Coach Peter Pysall die Schuld am Abstieg an: "Im sportlichen Bereich hat es nicht gestimmt. Die Qualität des Kaders hätte für den neunten Platz reichen müssen. Aber die Einstellung und der letzte Siegeswille haben der Mannschaft zu oft gefehlt." Der Vorstand habe bei der Trainerpersonalie viel zu spät die Reißleine gezogen.