Halberstadt. Mit dem Heimspiel gegen Sachsen Leipzig (morgen 13.30 Uhr) beenden die Fußballer von Germania Halberstadt ihre so erfolgreich verlaufene Oberliga-Saison.

Die Partie birgt einiges an Brisanz. Auf der einen Seite ist mit dem Petersen-Team der Oberliga-Krösus, der nach dem Abpfiff gemeinsam mit seinen Zuschauern den Aufstieg in die Regionalliga feiern will. Auf der anderen kommt mit den "Chemikern" ein Traditionsclub, der vor wenigen Tagen die Insolvenz vermeldete. Mit dem Verein werden vermutlich einige alteingesessene Fans mitreisen, um den FC Sachsen nach dem letzten Spiel "zu Grabe zu tragen". Hier wird das Problem deutlich: Schon am vergangenen Sonntag im historischen letzten Heimspiel gegen Bautzen belagerten einige "Fans" den Innenraum, im weiteren Verlauf gingen auch einige Einrichtungsgegenstände zu Bruch. In welcher Form die Gästefans die morgige letzte Partie der langen Vereinsgeschichte begleiten, wie sie trauern, ist fraglich. Die Behörden rechnen mit etwa 700 Leutzscher Anhängern.

Interessant ist auch, dass es vor sieben Jahren schon eine ganz ähnliche Situation gab. Am letzten Spieltag sollte Germania den damaligen VfB Leipzig empfangen, der kurz zuvor ebenfalls insolvent ging. Aus Sicherheitsgründen wurde die Begegnung kurzerhand abgesagt. Mit gemischten Gefühlen geht Kapitän Sebastian Kischel in die finale Saisonpartie. "Ich freue mich auf dieses Spiel und die Meisterehrung, wenngleich ich auch hoffe, dass es ruhig und friedlich bleibt." Mit Blick zurück auf die Serie 2010/11 hofft Kischel auf einen Heimsieg: "Das war eine phantastische Saison. Nach der Niederlage in Halle wollen wir nun unbedingt gewinnen, denn sollten wir uns mit zwei Niederlagen verabschieden, wird das in den Köpfen bleiben."

Um 13.15 Uhr wird die Petersen-Elf vom NOFV ausgezeichnet, nach der Partie geht es für Team und Verantwortliche per Autokorso zum Rathaus.