London (dpa). Als der letzte Pfiff des Abends ertönt und das Kapitel Turbine Potsdam endgültig beendet war, blieb Fatmire Baj-ramaj wie erstarrt in des Gegners Hälfte stehen. Nach der verdienten 0:2-Niederlage im Champions-League-Endspiel gegen Olympique Lyon legte sie ihre Handflächen auf dem Rücken ineinander und schaute einfach nur ins Leere. Bei ihrem letzten Auftritt im Turbine-Trikot feierte die 23-jährige Nationalspielerin keine rauschende Königsklassen-Nacht in London – der Abschied fiel ernüchternd aus. Sie wechselt nun zum 1. FFC Frankfurt.

Vor einem Jahr noch im Elfmeterkrimi die glücklichen Gewinnerinnen gegen den französischen Meister, blieb dem Turbine-Team am Donnerstagabend im Heimatstadion des FC Fulham nur die Rolle des zweiten Siegers. "Ich bin gar nicht so enttäuscht. Ich bin lange genug dabei, um zu wissen, dass so etwas passieren kann. So etwas kann ja auch schlimmer ausgehen, wir haben uns ja nicht abschlachten lassen und auch nicht so schlecht gespielt", sagte Trainer Bernd Schröder.

Tatsächlich zählte Bajramaj noch zu den auffälligeren Spielerinnen. Nachdem sie sich auf dem Rasen wieder in Bewegung gesetzt hatte, griff sich die gebürtige Kosovarin wieder und wieder in die Lockenmähne, warf den Kopf in den Nacken und sank schließlich ermattet und enttäuscht auf die Knie.

Erst eine nette Dame von der UEFA richtete Bajramaj wieder auf und führte sie zum Fernseh-Interview – das sie ausgerechnet vor dem singenden Fanblock des neuen Titelträgers über sich ergehen lassen musste. "Die Niederlage ist ärgerlich und traurig", sagte sie und verabschiedete sich von ihrem alten Team mit den Worten: "Man ist schon sehr traurig, es tut schon im Herzen weh, dass man jetzt diese Mannschaft verlassen wird. Aber man muss sich auch mal trennen."