13 Tage hatten die SCM-Handballer Zeit, um nach der kräftezehrenden ersten Saisonhälfte ihre Akkus wieder aufzuladen. Gestern nun startete das Gros der Mannschaft in die Vorbereitung auf die verbleibenden 15 Spiele der Rückrunde. Dabei ließ Trainer Frank Carstens keine Zweifel an der neuen Mission aufkommen: "Auch wenn der Spielplan mit vielen Großen zu Hause gefährlich ist, unser Ziel muss es sein, den siebten Tabellenplatz zu halten. Dazu müssen wir uns aber vor allem auswärts steigern."

Magdeburg. Sichtlich erholt, manche sogar sonnengebräunt aber alle guter Dinge – so nahmen die Handballer gestern Nachmittag in der Gieseler-Halle das Training auf. Neben allgemeinen Übungen zur Stabilisation und Kräftigung sowie handballspezifischen Abläufen stand auch "Fußballspielen mit Bande" auf dem Programm. Schließlich will man sich doch beim Kroschke-Cup am Freitag nicht blamieren ....

Mit gutem Beispiel voran ging Fabian van Olphen. Bereits nach zehn Minuten wischte sich der Kapitän, dessen Eifer, Ehrgeiz und Einsatz beim Training auch Carstens zu schätzen weiß, die Schweißperlen von der Stirn. Der Holländer, der zum Ende der Hinserie auf dem Zahnfleisch kroch, hatte die freien Tage in Österreich verbracht. Zusammen mit Ehefrau Steffi und den zweijährigen Zwillingen Stella Nova und Amy Le. "Wir waren in einem Familienhotel. So konnten wir die Mädchen auch mal abgeben und hatten Zeit für uns oder konnten auch einen Abstecher auf die Piste machen. Ich konnte die freien Tage also wirklich gut nutzen, um zu relaxen und Kraft zu tanken."

Und so versicherte der Kapitän denn gestern auch glaubhaft, dass er sich nach knapp zwei Wochen Müßiggang auf den Trainingsbeginn freue: "Es wird Zeit, wieder an die Arbeit zu gehen. Und einen Job als Handballprofi zu haben, ist ja nicht unbedingt das Schlechteste." Im Gegenteil. Zuletzt habe man doch viel Spaß und Erfolg gehabt. "Der Sieg gegen Flensburg vor ausverkauften Rängen ist noch in bester Erinnerung, sodass ich mich wirklich schon auf das nächste Heimspiel freue. Und da wir gegen Hamburg starten, wird die Halle hoffentlich genauso kochen", schaute der Abwehrchef bereits auf das erste Heimspiel nach der WM-Pause am 13. Februar. Zuvor muss man aber auswärts ran: Am 8. Februar geht’s zum TV Großwallstadt.

Gestern nicht mit dabei war neben Damir Doborac (Erkältung) sowie den beiden WM-Startern Bartosz Jurecki und Robert Weber auch der Langzeitverletzte Dennis Krause. Die Rehabilitation des Rückraumlinken, der im Mai einen Kreuzbandriss erlitten hatte, verzögert sich nach einem erneuten Eingriff Anfang der Woche am rechten Knie weiter.

Aber auch Tim Hornke glänzte gestern durch Abwesenheit. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, hatte der Rechtsaußen doch am vergangenen Wochenende mit dazu beigetragen, dass sich die Junioren-Nationalmannschaft in der Ukraine als Turniererster für die WM im Sommer qualifizieren konnte. "Netterweise habe ich vom Trainer bis Montag Sonderurlaub erhalten. Den verbringe ich daheim in Hannover. Meine Mama ist froh, dass sie mich mal ein bisschen verwöhnen kann, wo sie mich doch so selten bei sich hat", so der 20-Jährige, der in der Ukraine gegen Israel und den Gastgeber zum Einsatz kam und insgesamt neun Treffer erzielte.