Der Titelfavorit hat die Meisterprüfung eindrucksvoll bestanden, die Konkurrenz kapituliert angesichts der Dominanz des souveränen Spitzenreiters.

Düsseldorf (dpa). Borussia Dortmund hat gleich zum Rückrundenauftakt seine Ambitionen unterstrichen und den ohnehin großen Vorsprung an der Tabellenspitze mit einem beeindruckenden 3:1 Erfolg gegen Verfolger Bayer Leverkusen ausgebaut. Der siebte Titelgewinn ist den Dortmundern wohl kaum noch zu nehmen. "Nach so einer Vorrunde und so einem Spiel gibt es da nicht mehr viel zu diskutieren", befand auch Bayer-Sportchef Rudi Völler.

Neben dem BVB war Hannover 96 das einzige Spitzenteam, dem am Wochenende ein Sieg gelang. Dank des 3:0 bei Eintracht Frankfurt rückte der bisherige Tabellenvierte auf Rang zwei vor. Damit zog das Überraschungsteam von Trainer Mirko Slomka an Leverkusen und Mainz vorbei. Der Abstand zum Herbstmeister aus Dortmund beträgt aber weiterhin stattliche 12 Punkte.

Da die bisher ersten Verfolger aus Leverkusen und Mainz patzten und auch Bayern München bei der Aufholjagd ausgebremst wurde, glaubt beim Rekordmeister niemand mehr an einen Dortmunder Einbruch. "Die sind einfach zu weit weg. Da kann man denen auch schon gratulieren", meinte Bayerns-Star Arjen Robben, der beim 1:1 in Wolfsburg sein Comeback feierte. Der späte Ausgleich durch Sascha Riether ließ die Stimmung auf den Nullpunkt sinken. "Bei uns herrscht Riesenfrust", meinte Torschütze Thomas Müller. Daran änderte auch die überragende Leistung des neuen Bayern-Keepers Thomas Kraft wenig

In Dortmund hingegen herrschte ausgelassene Stimmung nach dem famosen Sieg in der BayArena. "Alle haben uns kleingeredet, aber wir lassen uns nicht klein machen", sagte Großkreutz. Trainer Jürgen Klopp: "Wir sind wieder da – und spielen genauso gut wie in der Hinrunde."

Dabei profitierte der BVB auch vom "Aufstand" im Tabellenkeller. Denn Verfolger Mainz musste beim VfB Stuttgart ein 0:1 hinnehmen. Nach sechs Spielen in Serie ohne Sieg feierten die Schwaben den ersten Liga-Erfolg unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia. Dennoch warnt Labbadia vor verfrühtem Optimismus. "Wir haben erst eine Etappe hinter uns, aber noch 16 nervenaufreibende Spiele vor uns."

Einen wichtigen Sieg landete Schlusslicht Mönchengladbach beim 1:0 in Nürnberg. "Dieser Sieg gibt Selbstvertrauen. Wichtig ist jetzt, dass wir gute Nerven haben", meinte Trainer Michael Frontzeck, der mit seinem Team zuvor fünf Spiele nacheinander nicht gewinnen konnte. Der überraschend in die Startformation berufene Roman Neustädter sicherte den Punkte-Dreier mit seinem ersten Ligatreffer, Borussias Torhüter Christofer Heimeroth parierte zudem einen Strafstoß.

Anders als den "Kellerkindern" aus Stuttgart und Mönchengladbach gelang dem 1. FC Köln kein Sieg. Beim 1:1 in Kaiserslautern war für das Team von Trainer Frank Schaefer mehr zu holen. Doch selbst die frühe Führung durch Lukas Podolski (29.) und die über 50-minütige Überzahl nach dem Platzverweis für Lauterns Angreifer Srdjan Lakic (39.) verhalf dem Drittletzten nicht zu mehr Sicherheit.

Ein Last-Minute-Tor von Torsten Frings zum 2:1 über Hoffenheim bescherte Bremen das ersehnte Erfolgserlebnis. "Wir haben uns riesig gefreut und gefeiert, als wären wir Weltpokalsieger geworden", sagte Claudio Pizarro. Der Einstand von Hoffenheims neuem Coach Marco Pezzaiuoli hingegen ging daneben.

Der FC St. Pauli verpasste einen Sieg im Abstiegskampf und musste sich gegen den SC Freiburg mit einem 2:2 begnügen. Besser als St. Pauli machte es der große Nachbar. Der HSV beendete den Aufwärtstrend der zuvor dreimal in Serie siegreichen Schalker und gewann die Partie mit 1:0.