Köln/Mannheim (dpa). Puck-Helden sind sie schon, jetzt will das deutsche Team bei der Heim-WM auch in die Eishockey-Geschichtsbücher. "Wir sind hier noch nicht fertig. Wir wollen noch ein bisschen mehr", sagte Bundestrainer Uwe Krupp vor der Abfahrt nach Mannheim zum Viertelfinale heute (20.15 Uhr/Sport 1) gegen die Schweiz.

Im Erste-Klasse-Abteil eines ICE schmiedeten seine Cracks am Tag nach dem 2:1-Glücksgefühl mit dem Sieg über die Slowaken ihren weiteren Reiseplan zur ersten deutschen WM-Medaille seit 1953. "Jetzt wollen wir wieder zurück nach Köln, zum Halbfinale", versprach Geburtstagskind Christoph Ullmann. Zwar habe das Team laut Krupp nur eine "Außenseiterchance", doch die will es nutzen. "Das ist ein K.o.-Spiel und da ist alles möglich", bekräftigte der Düsseldorfer Stürmer Daniel Kreutzer nach der Ankunft in Mannheim.

Fürs Feiern hatten sich Krupp und sein Team nach dem verdienten Sprung in die Top acht aber nur kurz Zeit gelassen. "Das ist etwas ganz Großes für das deutsche Eishockey", meinte Routinier Kreutzer. Sein Treffer zum 2:0 hatte die Partie gegen die Slowaken letztlich entschieden. "Wir sind alle super happy. Damit konnte vor der WM keiner rechnen", berichtete Alexander Barta, der mit seinem 1:0 den Sieg einleitete und zum besten Spieler gekürt wurde.

"Die Schweiz ist auf jeden Fall schlagbar", urteilte Co-Trainer Harold Kreis. Von 29 WM-Vergleichen mit den Erzrivalen hat das deutsche Team 16 für sich entschieden, die letzten drei Partien gingen allerdings verloren.

Die Schweizer sind sich nach ihrem starken Turnierstart und den jüngsten Pleiten gegen Norwegen (2:3) und Schweden (0:5) selbst ein Rätsel. "Das wird ein ausgeglichenes Spiel", vermutete Trainer Sean Simpson, der vor allem auf den Heimvorteil des WM-Gastgebers verweist. "

Während die Eidgenossen ins Zweifeln geraten sind, haben die Deutschen mehr Vertrauen denn je in die eigene Stärke. "Wir sind als Mannschaft zusammengewachsen, jeder vertraut auf den anderen", erklärte Co-Kapitän Wolf. Bundestrainer Krupp brachte es auf eine einfache Formel: "Die Jungs sind einfach gut genug, dieses Ziel zu erreichen. Man muss das anerkennen."