Spannung im Titelkampf, Anspannung im Tabellen-Keller – mit dem drittletzten Spieltag geht die Fußball-Bundesliga in die entscheidende Phase. Spitzenreiter Bayern München und der FC Schalke 04 setzen ihr Fernduell um den Meistertitel mit kleineren verbalen Scharmützeln und ihren Auswärtsspielen gegen Mönchengladbach und Berlin fort.

Düsseldorf (dpa). "Ich glaube, dass Gladbach gute Chancen hat, das Spiel gegen die Münchner zu gewinnen. Denn die Bayern haben in der Champions League gegen Lyon Kraft gelassen", stichelte Schalkes Trainer Felix Magath vor der Partie beim Schlusslicht Hertha BSC: "Ich gehe weiter davon aus, dass die Bayern nicht alle Spiele bis zum Saisonende gewinnen."

Hertha-Coach Friedhelm Funkel spricht dem Team trotz der fast ausweglosen Lage mit fünf Punkten Rückstand auf einen Relegationsplatz vor dem Spiel gegen den Tabellen-Zweiten Mut zu. Allerdings könnte die "alte Dame" bei einer Niederlage schon als erster Absteiger feststehen, falls die Keller-Konkurrenz gewinnt.

Rekordmeister München strotzt trotz der Turbulenzen um Superstar Franck Ribéry nach dem 1:0-Hinspielsieg gegen Lyon vor dem "Klassiker" in Mönchengladbach vor Selbstbewusstsein. Die volle Konzentration gilt nun der Pole-Position in der Liga. "Wir können das Gefühl herüberbringen, dass wir alles schaffen können. Was wir leisten, ist unglaublich. Aber wir können noch viel besser", sagte Louis van Gaal.

Ribérys gegen Lyon mit Rot bestraften Fehltritt hat der Coach genauso vergeben wie Robbens Groll über die Auswechslung. Ob der Niederländer 90 Minuten zum Einsatz kommt, ist aber offen. "Ribéry spielt sicher. Bei Robben weiß ich das noch nicht. Aber ich habe immer die stärkste Mannschaft aufgestellt, deswegen stehen wir auch da oben", so van Gaal. Der Gelb-gesperrte Kapitän Mark van Bommel glaubt fest an eine Vorentscheidung: "Wenn wir in Gladbach gewinnen, sind wir zu 99 Prozent an der Schale."

Hinter dem Top-Duo kämpft von Werder Bremen bis zum Achten VfL Wolfsburg ein halbes Dutzend Clubs um die weiteren Europapokalplätze. Die Bremer wollen ihren dritten Rang mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Köln verteidigen. Die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation winkt. "Wir waren fünf Jahre in der Champions League dabei. Es gibt nichts Schöneres, als sich mit den Besten zu messen", meinte Geschäftsführer Klaus Allofs.

Nicht nur der Ausfall von National-Torwart René Adler bereitet Bayer Leverkusen vor dem Duell mit Hannover 96 Sorgen. Jupp Heynckes muss zahlreiche weitere Stammkräfte ersetzen und beklagt fehlende "Substanz auf der Bank". Die Angst vor einem weiteren Abrutschen geht nach nur einem Sieg aus den letzten neun Spielen um.