Riesenjubel bei Mercedes, Katzenjammer bei Audi: Angeführt von Gary Paffett ist Mercedes mit einem triumphalen Vierfach-Erfolg in die neue Saison des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) gestartet. Mit seinem Erfolg vor dem Kollegen-Trio Bruno Spengler, Jamie Green und Paul di Resta bescherte der britische Vorjahres-Vizechampion den Stuttgartern gestern auf dem Hockenheimring den ersten Auftaktsieg seit 2006.

Hockenheim (dpa). "Super, unglaublich", jubelte Paffett nach seinem 15. Sieg im 60. Rennen. Der neue Mercedes-Star David Coulthard beendete sein DTM-Debüt als Zwölfter.

"Ein Traumstart in die neue Saison. Sehr überzeugend", schwärmte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug und meinte mit Blick auf drei Reifenplatzer beim Rivalen: "Es war klar, dass die Aufgabe war, die Reifen am Leben zu halten. Das war der Schlüssel zum Sieg."

Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich war dagegen besonders wegen des Ausscheidens des zwischenzeitlichen Spitzenreiters Martin Tomczyk völlig bedient. "Das ist eine riesige Klatsche für uns. Wir haben es nicht geschafft, dass der Reifen auf unserem Auto funktioniert", gestand Ullrich. "Das ist ein Problem, mit dem wir uns intensiv auseinandersetzen müssen."

Begünstigt von Reifenproblemen und strategischen Fehlern bei Konkurrent Audi machte Paffett eindrucksvoll den ersten Stich im Titelkampf mit dem zweimaligen Gesamtsieger Timo Scheider, der nur Siebter wurde. "Es war ein schwieriges Rennen. Wir wussten, dass andere Reifenprobleme hatten", sagte Paffett, der auch die letzten beiden Rennen der vergangenen Saison gewonnen hatte. "Es war ein perfektes Wochenende: Pole und Sieg."

Nur auf den ersten Metern entwickelte sich ein Schlagabtausch zwischen Pole-Mann Paffett und dem neben ihm startenden Tomczyk. Beim Start hielt der Brite den Rosenheimer knapp auf Distanz. Wenige Kurven später zog der Audi-Pilot aber vorbei.

Doch die Führung des Gesamtdritten von 2005 währte nicht lange: In der elften der 39 Runden à 4,574 Kilometer brachte ein Reifenplatzer hinten links Tomczyk um alle Chancen. Der 28-Jährige fiel weit zurück und musste nach einem weiteren Reifenschaden kurz vor Schluss sogar aufgeben. "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", schimpfte Tomczyk völlig frustriert. "Das ist einfach scheiße."

Für Audi kam es aber noch dicker. Zunächst platzte auch dem von Startplatz elf bis auf Zwischenrang drei vorgefahrenen Alexandre Prémat (Frankreich) ein Reifen. Dann zerstörten die Ingolstädter durch einen dicken Strategiefehler Mattias Ekström das Rennen. Der Schwede fuhr eine Runde vor dem erlaubten Fenster zum ersten der zwei Pflichtstopps an die Box. An zweiter Stelle hinter Paffett liegend, wurde er von den Rennkommissaren zu einem zusätzlichen Halt verdonnert. Damit waren alle Podestchancen dahin. "Das nehmen wir auf uns", sagte Ullrich.