Frankfurt / Main ( SID ). Der Schiedsrichter-Skandal beim Deutschen Fußball-Bund ( DFB ) um vermeintlichen Amtsmissbrauch und sexuelle Belästigungen wird zur strafrechtlichen Auseinandersetzung und zum Kriminalstück. Nach dem früheren Schiedsrichterbeobachter Manfred Amerell kündigte auch mindestens ein Referee Strafanzeige für die nächsten Tage an. Während der kaltgestellte Unparteiische Michael Kempter laut Weltverband FIFA bis auf Weiteres auch kein Länderspiel leiten wird, gerät DFBPräsident Theo Zwanziger immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik.

Amerell erhöhte am Montag den Druck und kündigte über seinen Anwalt Jürgen Langer noch für diese Woche strafrechtliche Schritte gegen Kempter und die drei weiteren, bislang anonymen Schiedsrichter an, die ihm sexuelle Belästigung vorwerfen. Demnach will Amerell nicht nur Kempter wegen angeblicher Verleumdung und Rufschädigung zivilrechtlich auf Schadenersatz in unbestimmter Höhe verklagen, sondern auch Strafanzeige gegen alle vier Personen stellen.

Im Gegenzug wird mindestens ein bislang anonymer Schiedsrichter Anzeige gegen Amerell wegen sexueller Belästigung und Nötigung stellen. " Bislang steht es gefühlt 3 : 1 für Amerell. Aber das Spiel ist ja noch lange nicht abgepfiffen ", wird ein Insider in der Zeitung " Die Welt " zitiert.

Laut FIFA liegt die " Verantwortung bei der Aufarbeitung " des Falls weiter beim DFB. Die Frage nach einer Ansetzung von Kempter bei Länderspielen stelle sich zurzeit aus FIFA-Sicht nicht. Bis zur WM in Südafrika ( 11. Juni bis 11. Juli ) gebe es Testspiele, bei denen die Ansetzung der Schiedsrichter von den jeweiligen nationalen Verbänden vorgenommen werde. Für die WM ist Kempter ohnehin nicht vorgesehen.