Magdeburg l Beim ersten Interview ihrer Karriere war ihre Aufregung zu spüren. Tabea Kuhnert sollte sich am Mittwoch beim traditionellen Regattafrühstück des SC Magdeburg vor dem Frühtest, zugleich die deutsche Kleinboot-Meisterschaft, zu ihren Zielen äußern. Und die 16-Jährige tat dies mit Bravour. Sie berichtete, dass sie bei ihrer Premiere am Wochenende in Krefeld den guten Eindruck, den sie bei Nachwuchs-Bundestrainerin Brigitte Bieling bereits hinterlassen hat, bestätigen und an der U-19-Europameisterschaft (Krefeld, 20./21. Mai) teilnehmen möchte. Am liebsten im Doppelzweier. „Mit der Bootsklasse bin ich groß geworden, da fühle ich mich wohl“, sagte sie.

Achtungszeichen gesetzt

Kuhnert hatte bereits am 2. April bei der Langstrecke in Leipzig ein Achtungszeichen mit dem Einer-Sieg in ihrer Altersklasse gesetzt, weshalb sie SCM-Abteilungsleiter Sven Rühe seither gerne einen „Überflieger“ nennt. Kuhnert gehört wie Skuller Jan Berend und Riemenruderer Max Kürschner zur nächsten Generation der Grün-Roten, die fortführen soll, was Olympiasieger oder Weltmeister wie Manuela Lutze, André Willms oder Marcel Hacker vorgelebt haben. Der 18-jährige Berend, U-19-Vizeweltmeister 2016 im Doppelvierer, kämpft am Wochenende ebenfalls um ein EM-Ticket, nur Kürschner (17) muss verletzt passen. Und alle drei trainieren bereits in der Leistungsgruppe von Trainer Roland Oesemann, zumal nach dem altersbedingten Ausscheiden von Roland Sommer und dem beruflichen Wechsel von Hacker (Gesundheitscoach) nach Blankenburg im Nachwuchsbereich personeller Trainernotstand herrscht.

An Athleten fehlt es indes nicht. Und die aktuelle Generation ist nicht erst von Freitag an, wenn die Vorläufe in Krefeld starten, auf dem Weg in die nationale Spitze. Philipp Syring (20) würde sich freuen, „wenn ich meinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen kann“, sagte er. „Aber wir setzen uns nicht unter Druck.“ Er und Max Appel (21) streben das A-Finale an, um „Bundestrainer Marcus Schwarzrock bei der Kaderbildung für die Saison Kopfschmerzen zu bereiten“, so Oesemann. Beim Frühtest sucht Schwarzrock zunächst das Team, das bei der Elite-EM Ende Mai in Rasice (Tschechien) auf Medaillenjagd gehen soll. Für Steven Weidner indes „ist es das primäre Ziel, in den U-23-Kader zu fahren“, erklärte der 20-Jährige und ergänzte lächelnd: „Und ich möchte gerne den A-Kader ärgern.“

Viertelfinale erreicht

Für ihre Ziele haben die drei Elite-Athleten am Freitag den ersten Schritt gemacht: Syring, Appel und Weidner haben sich in ihren Vorläufen schadlos gehalten und sind ins Viertelfinale eingezogen. Das wird am Sonnabend um 12.20 Uhr gestartet, am Abend folgt das Halbfinale. Der Endlauf steigt am Sonntag.

Allerdings konnte sich nur der 21-jährige Appel zum Auftakt des Wettbewerbs souverän in seinem Vorlauf durchsetzen. Syring (20) erreichte in seinem Rennen den dritten Rang, Weidner (20) fuhr auf Platz vier. Beide haben sich noch Luft nach oben gelassen. "Sie haben alle ihre Aufgabe erfüllt, sie sollten keine 100-Prozent-Rennen fahren. Der Sonnabend wird hart", erklärte Oesemann.