Gottesgnaden l Genau genommen füllt seit drei Jahren ein Brüder-Trio mit Calbenser Wurzeln den „Saalehof“ auf Gottesgnaden mit Leben.

Einer von ihnen ist Hagen Ecke, der in der Saison zwischen Mai und Oktober auf einem Teil der ehemaligen preußischen Domäne anzutreffen ist. Für ihn ist der „Saalehof“ mit seinen Gästezimmern, Gastronomie und Galerie schon fast eine Berufung.

Sein Bruder Albrecht, der in Berlin als Industriedesigner arbeitet, nutzte ein Förderprogramm der Europäischen Union für innovative Aktionen im ländlichen Raum, genannt Leader, und ließ den lang gehegten Traum Wirklichkeit werden. Auch durch Rückschläge des Hochwassers 2013 ließ man sich nicht entmutigen.

Konzert, Lesung bis Filmabend

Eine alte Darre, eine kleine Zuckerfabrik, Stall- und Wohngebäude und die Überbleibsel einer Reitbahn verschmelzen zu einem Ensemble mit urwüchsigem Charme, das sich in der Region und bei Radwanderern einen Namen gemacht hat. Aufgrund der besonderen Insellage ist das kein Selbstläufer.

Immer wieder werden kleinere und größere Veranstaltungen auf die Beine gestellt. „In diesem Jahr haben wir damit richtig losgelegt“, sagt Hagen Ecke. In den Sommermonaten wird zusammen mit der evangelischen Kirchgemeinde alle zwei Wochen zu Filmabenden eingeladen, Ausstellungen werden eröffnet und handgemachter Musik gefrönt. Volles Haus gab es bei beispielsweise bei der Lesung von Jazz-Organisator Uli Blobel mit dem Auftritt den renommierten Jazz-Gitarristen Uwe Kropinski und Helmut „Joe“ Sachse. Auch für den September sind weitere Konzerte geplant.

„Unsere Besucher kommen nicht mehr nur aus Calbe, sondern auch aus Schönebeck, dem Staßfurter oder Bernburger Raum“, freut sich der gebürtige Calbenser. Auch in der liebevoll als „Landkantine“ bezeichneten Küche schwingt Hagen Ecke gern mal den Kochlöffel. Zu einiger Bekanntheit hat es seine Eigenkreation der „Bollette“ gebracht, eine Frikadelle mit besonders viel Zwiebeln, die Calbenser bekanntlich Bollen nennen.

Der Dritte im Brüder-Bunde ist Gernot Ecke, hauptberuflich als Naturwissenschaftler im Bereich der Nanotechnologie an der Technischen Universität Ilmenau beschäftigt. Immer wieder zieht es ihn nach Gottesgnaden. Denn eines verbindet die Brüder: Die Leidenschaft für handgemachte Musik, der heute Abend wieder nachgegangen wird.

Die Ilmenauer Folklore Gruppe „Feuertanz“, tritt am Freitag, 19. August, ab 19 Uhr im „Saalehof“ auf Gottesgnaden auf. Zu hören sein werden Lieder von Vagabunden, Landstreichern, Handwerkern, vom Wandern, von der Liebe, vom Feiern und von den Sehnsüchten der Menschen. Bei gutem Wetter wird auf der Terrasse gespielt, bei schlechtem im Haus. Der Eintritt ist frei.