Trainer Ruud Kaiser ist mit seiner Geduld offensichtlich am Ende. Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Wilhelmshaven soll es beim FCM einen Wechsel des Spielsystems geben. Der Holländer kündigt vor der Regionalligapartie beim FC Oberneuland (Sonntag, 13.30 Uhr) zudem "personelle Konsequenzen" an.

Magdeburg. "Ich habe am Tag nach dem Wilhelmshaven-Spiel eine knallharte Analyse vorgenommen und meine Mannschaft intern kleingemacht", so Kaiser, der für den Sonntag neben "personellen Konsequenzen" eine "Umstellung des Spielsystems" seiner Elf ankündigt. "Sie werden am Sonntag in Oberneuland eine andere FCM-Mannschaft sehen", verspricht Kaiser, "denn wir brauchen im Abstiegskampf neue Typen. Ich habe einen Plan mit anderen Spielern."

Namen will der 50-Jährige, der vor den bevorstehenden drei Partien "nicht spekulieren will", nicht nennen. "Ich fordere aber Taten auf dem Rasen."

So viel scheint festzustehen. Nach dem gescheiterten Experiment, Daniel Bauer in der Innenverteidigung einzusetzen, wird der Kapitän am Sonntag wieder in der Kreativzone, dem Mittelfeld, an der Seite von Neuzugang Kosta Rodrigues aufgeboten.

Drei Punkte aus Oberneuland wären schon deswegen ein Segen für den FCM, weil die nächsten Gegner RB Leipzig (27.2./H) und VfL Wolfsburg II (5.3./A) heißen. Selbst für den "schlimmsten anzunehmenden Fall" versichert der noch amtierende FCM-Präsident Volker Rehboldt, das Gremium werde in Bezug auf Trainer Kaiser zwar "keine drakonische Entscheidung treffen". Rehboldt unterstreicht jedoch die trotz des Umbruchs vorhandene Handlungsfähigkeit des Gremiums: "Wenn eine solche Entscheidung notwendig wäre, würde das Präsidium sie nach Zustimmung des Aufsichtsrates durchführen und umsetzen."

Was nichts daran ändert, dass sich Rehboldt "einen Sieg in Ober-neuland" wünscht: "Damit endlich Ruhe einkehrt und weil viele Fragen in unserem Verein in den nächsten Wochen beantwortet werden."

Neues gibt es unterdessen aus der FCM-Führungs-Etage: So soll, wie es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung heißt, der Aufsichtsrat "im Zuge der personellen Neubesetzung der Gremien" am 23. Februar zusammenkommen und "wesentliche sowie zukunftsweisende Entscheidungen" treffen. Damit dürfte die Neu-Konstituierung des Aufsichtsrates nach dem Rücktritt von dessen Vorsitzenden Rüdiger Koch sowie die Bestellung eines neuen FCM-Präsidiums gemeint sein.

Nach dem kontraproduktiven "Schweige-Gelübde" der vergangenen Wochen, als nach dem Koch-Rücktritt keines der verbliebenen Aufsichtsratsmitglieder zu einer Stellungnahme bereit war, verweist der Verein allerdings erneut auf eine Pressemitteilung. Weiter heißt es: "Für individuelle Nachfragen zu Ergebnissen aus dieser Sitzung stehen die Mitglieder des Aufsichtsrates nicht zur Verfügung und vereinbaren Stillschweigen."