Am kommenden Montag soll nach einjähriger Pause die Megedeborch wieder ihre Stadttore öffnen. Das beliebte Historienspiel am Kulturhistorischen Museum ist für diese Saison bereits ausgebucht. Aber es gibt ein Problem, das das Projekt durchaus gefährden könnte: Es haben sich noch nicht genügend Mitarbeiter für den Spielbetrieb gefunden, meldet das Museum.

Altstadt. Die Megedeborch hat ein Problem! Nicht etwa Pest oder Cholera, auch nicht Tilly bedrohen die Mittelalter-Stadt, sondern ihr sind die Bürger ausgegangen. Und die Lage ist durchaus dramatisch, wie Dr. Karlheinz Kärgling, Museumspädagoge des Kulturhistorischen Museums jetzt die Alarmglocke läutet.

Seit 15 Jahren ist das historische Spiel "Megedeborch" ein fester und vor allem beliebter Bestandteil des Sommerprogramms am Museum in der Otto-von-Guericke-Straße. Hunderte von Schulklassen und Gruppen haben Jahr für Jahr in der Megedeborch das Magdeburger Mittelalter spielend erforscht. Die liebevoll und interessant gestaltete Mittelalterstadt ist ein Kooperationsprojekt des Museums mit dem Jobcenter und der AQB. Im vergangenen Jahr musste wegen Bauarbeiten am Museum die Megedeborch in den Dornröschenschlaf versetzt werden, in diesem Jahr soll es wieder losgehen, genau gesagt, am kommenden Montag. Und die Termine für die neue Saison seien bereits alle vergeben.

Um die Megedeborch aber richtig bespielen zu können, fehlen noch Mitarbeiter. "Wir haben bis jetzt ungefähr die Hälfte der nötigen Mitarbeiter für den Spielbetrieb", sagt Museumspädagoge Kärkling. Damit könne das historische Mittelalterspiel aber nicht umgesetzt werden. Es werden also noch "dringend" Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.

Da es sich bei dem Megedeborch-Projekt um eine Kooperation von Museum, Jobcenter und AQB handelt, hat bis jetzt das Jobcenter den größten Teil der Mitarbeiter vermittelt. Das sei zurzeit etwas schwierig, sagt Jobcenter-Geschäftsführerin Siegrid Rosam. Drei Gründe nannte sie dafür. Zum einen würden die ALG-II-Bezieher, die in der Megedeborch arbeiten sollen, sehr sorgfältig ausgesucht. "Es ist nicht jeder dafür geeignet, da ein gewisses schauspielerisches Talent, Spaß an der Arbeit mit Kindern und ein Geschichtsinteresse erforderlich sind", so Siegrid Rosam.

Da die Megedeborch als Kultureinrichtung auch eine gewisse kulturelle Ausstrahlung habe, könne man für die Arbeit dort nur geeignete Leute einsetzen. Zum Anderen sei das Bürgerarbeit-Projekt in Magdeburg angelaufen. Für dieses neue Projekt seien über 3000 Arbeitslose in Magdeburg ausgewählt und bereits in die entsprechenden Maßnahmen integriert worden. Diese ALG-II-Empfänger fehlten also für die Megedeborch-Auswahl. Und drittens wirke sich auch die zurzeit gute Konjunkturlage und die damit verbundene erhöhte Nachfrage nach Arbeitskräften auf dieses Problem aus. "Darum ist es in diesem Jahr so schwer, Mitarbeiter für die Megedeborch zu finden", so Siegrid Rosam.

Aber man werde unbedingt weitersuchen, sagen Karlheinz Kärkeling und Siegrid Rosam. Gesucht werden spielfreudige ALG-II-Bezieherinnen und -bezieher, die gern mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sich für Geschichte interessieren, Phantasie entwickeln und sich auch handwerklich ausprobieren möchten. Wer sich dafür interessiert, kann sich an das Museum unter der Telefonnummer (0391) 5403501 wenden. Die kurzfristige Einarbeitung in das historische Thema und in die Betreuungsaufgaben wird von Museumspädagogen und erfahrenen Teamern tatkräftig unterstützt.

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