Berlin - Eine Spitzenrunde von Bund, Ländern und Netzbetreibern hat sich im Streit um eine neue Ost-Süd-Stromtrasse auf ein gemeinsames Verfahren geeinigt. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen erfuhr, soll zunächst parallel zur geplanten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes geschaut werden, ob reduzierte Ziele beim Windkraft-Ausbau Auswirkungen auf bisherige Netzplanungen haben. Insgesamt habe aber Konsens geherrscht, dass es neue Höchstspannungstrassen zum Transport von Windstrom in den Süden braucht, um dort das Abschalten von Atomkraftwerken aufzufangen.

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) sagte der dpa am Abend: "Es war ein sehr konstruktives Gespräch. Die Beteiligten stehen für den Erfolg der Energiewende, dazu gehört auch der Ausbau der Stromnetze." Unter seiner Leitung berieten Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Bayerns Energieministerin Ilse Aigner (CSU) und Thüringens Staatskanzleichef Jürgen Gnauck (CDU) mit den Netzbetreibern 50Hertz und Amprion. Dabei ging es um eine 450 Kilometer lange Trasse zwischen Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) und Meitingen (Bayern), die Kohle- und Windstrom in den Süden bringen soll - in Bayern gibt es massiven Protest gegen das Projekt. Das Thema dominiert in einigen Regionen vor der Kommunalwahl Mitte März.