Berlin - Reinigungsrituale, Wiederholungs- oder Kontrollzwänge können auf eine Zwangsstörung hindeuten. Aber auch sich wiederholende Gedanken, die als sinnlos, störend und lästig empfunden werden, können ein Anzeichen sein. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hin.

"Die Zwangsrituale können ebenso wie die Zwangsgedanken sehr zeitaufwendig sein und viel Lebenskraft kosten, so dass sie dem Betroffenen ein normales Leben zunehmend unmöglich machen", erklärt Prof. Fritz Hohagen, Vorstandsmitglied der DGPPN. Von einer Zwangserkrankung spricht man, wenn die Symptome mindestens zwei Wochen lang jeweils mehrere Stunden am Tag auftreten und Betroffene sich dadurch belastet fühlen.

Betroffene gehen aus Angst und Scham häufig zunächst nicht zum Arzt. Dabei können Zwangserkrankungen mit einer kognitiven Verhaltenstherapie gut behandelt werden.