Madrid l Männer wie Frauen unterliegen spezifischen Verhaltensweisen, die seit Jahr und Tag in die Kategorie „Isso“ fallen: Das andere Geschlecht versteht’s zwar nicht, nimmt‘s aber hin. Frauen etwa cremen sich ständig die Hände ein. Isso. Und Männer sitzen in Bus und Bahn breitbeinig. Neuerdings jedoch ist letzteres Verhalten zum breit diskutierten gesellschaftlichen Thema avanciert. Das deutete sich schon länger an, da ihm vor ein paar Jahren ein Name gegeben wurde: Manspreading. Setzt sich zusammen aus „Mann“ und „spreizen“ – kann man bei Wikipedia nachlesen.

Seit fast einer Woche nun wird jenes Verhalten geballt in internationalen Leitmedien diskutiert. Washington Post, Guardian, CNN. Anlass: Madrid hat Manspreading den Kampf angesagt. In den Bussen bappen Schilder mit einem durchgestrichenen breitbeinigen Männeken und dem Schriftzug „Prohibido“, verboten also. So will man Sitznachbarn aus ihrer eingekauerten Position befreien, in die der gemeine Spreiz-Mann sie zwingt. Diese sind zumeist weiblich, passt doch auf den Platz neben einem Breitbeinigen nicht noch ein zweiter. Nun ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Madrid‘schen Verkehrsbetriebe eine größere Anzahl an Spreiz-Kontrolleuren in die Spur schicken. Mit Schild-Ignoranten muss also gerechnet werden. In solch einem Falle bleibt dem weiblichen Fahrgast allerdings noch die Selbsthilfe: Einfach die schwere Handtasche (mit der großen Tube Creme drin) mit Schwung auf dem Oberschenkel des Manspreaders abstellen.