Leipzig - Der Direktor der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille, zieht eine zufriedene Bilanz 2015. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur sagt er, warum es nächstes Jahr trotzdem Veränderung geben muss.

Frage: Wie fällt Ihre Bilanz der Buchmesse 2015 aus?

Antwort: Es war eine sehr stimmungsvolle Leipziger Buchmesse. Die besondere Atmosphäre hat wieder Hunderttausende Besucher auf das Gelände gebracht. Unser Messeschwerpunkt deutsch-israelische Beziehungen ist sehr gut angenommen worden - es gab sehr spannende Debatten und trotz Kontroversen einen sehr respektvollen Umgang.

Frage: Was war Ihr persönliches Highlight?

Antwort: Mein persönliches Highlight war die Veranstaltung mit Herta Müller. Das ist eine faszinierende Person. Wie sie spricht und liest - das ist für mich Poesie pur.

Frage: Insbesondere am Samstag war es wieder unglaublich voll in den Hallen. Hat die Messe ihre Kapazitätsgrenze erreicht oder geht noch mehr?

Antwort: Ganz klar: Es kann nicht unser Ziel sein, die Publikumszahlen hochzupeitschen. Es ist eine große logistische Herausforderung. Die Atmosphäre der Leipziger Buchmesse hängt ja auch mit den Aufenthaltsbedingungen zusammen. Es gibt schon noch Stellschrauben, an denen wir drehen können und werden.

Frage: Gibt es mit Blick auf 2016 schon Höhepunkte oder Neuheiten, die Sie in Aussicht stellen können?

Antwort: Nächstes Jahr werden wir den deutschen Bibliothekskongress in Leipzig haben. Dadurch wird die Verbindung Bibliotheken - Verlage - Autoren eine besondere Form erhalten. Und wir haben 25 Jahre Lesefestival "Leipzig liest".

ZUR PERSON: Oliver Zille übernahm 1991 die Verantwortung für die Leipziger Buchmesse und ihre Neuausrichtung nach dem Mauerfall. Seit 2004 ist er Mitglied der Geschäftsleitung der Leipziger Messe GmbH und Direktor der Leipziger Buchmesse. Zille wurde 1960 in Leipzig geboren. Er studierte an der Berliner Hochschule für Ökonomie Außenwirtschaft und Handel.