Berlin - 1982 steckt Nordirland seit 13 Jahren im Bürgerkrieg. Die IRA kämpft mit Attentaten gegen die britische Herrschaft und die Dominanz der Protestanten.

Als ein männlicher Torso in einem Koffer gefunden wird, dessen Besitzer gleichfalls ermordet wurde, sieht alles zunächst nach einem Racheakt der IRA aus. Der Polizist Sean Duffy stellt jedoch fest, dass nicht nur die IRA ihre Finger im Spiel hat, sondern auch der amerikanische Geheimdienst besondere Interessen verfolgt.

Als Nordire weiß Adrian McKinty, wovon er spricht. In "Die Sirenen von Belfast" gelingt es ihm auf brillante Weise, das Lebensgefühl der Hoffnungslosigkeit zu Beginn der 1980er Jahre in Nordirland zu beschreiben. In dieser chaotischen Welt versucht der als Katholik stigmatisierte Sean Duffy so etwas wie Ordnung zu bringen und erscheint quasi als Funken der Hoffnung für die Iren. Passend hierzu der lakonische Witz der Dialoge, in denen sich der Überlebenswille der Figuren manifestiert.

Eine spannende Zeitreise mit einem höchst charismatischen Helden.

- Adrian McKinty: Die Sirenen von Belfast, Suhrkamp Verlag, Berlin, 387 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-518-46520-2.