Budapest (dpa). In Ungarn wächst der Protest gegen geplante massive Einsparungen im Kulturbereich. Die Gewerkschaft der Angestellten von Museen und kommunalen Kulturzentren (KKDSZ) schloss sich einer Initiative an, die zuvor sechs Gewerkschaften und Fachverbände aus dem Bereich Schauspiel gestartet hatten, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI.

Falls die Sparmaßnahmen in die Tat umgesetzt würden, "bricht das Kultur-Organisationssystem Ungarns in unersetzbarer Weise zusammen", schrieb die Gewerkschaft. Eine Kürzung der Mittel hätte in "tragischer Weise die Zerstörung des Rückgrats" des Kulturbetriebs zur Folge.

Ungarns rechtsnationale Regierung will die verschiedenen Kultur-Etats um ingesamt etwa 41 Milliarden Forint (entspricht etwa 150 Mio Euro) mit der Begründung kürzen, dass das Geld für einen neu zu schaffenden Stabilitätsfonds von 250 Milliarden Forint gebraucht werde.

Diesen "kontinuierlichen Abbau, der auf der Ebene des Landes, der Kommunen und Regionen läuft", dürfe man nicht akzeptieren und nicht erlauben. Ohnehin gehörten die Mitarbeiter der betroffenen Kulturhäuser, kleinen Museen und Bibliotheken zu den am schlechtesten bezahlten Angestellten im öffentlichen Dienst, schrieb die Gewerkschaft weiter.

Bereits im Januar hatten sich die Kulturschaffenden brieflich an den auch für Kultur zuständigen Minister für Nationale Ressourcen, Miklos Rethelyi, gewandt, aber keine Antwort bekommen.