Hamburg (dpa). Das Deutsche Schauspielhaus Hamburg bekommt mehr finanziellen Spielraum und erstmals eine Intendantin: Die erfolgreiche Theatermacherin und Leiterin des Schauspiels Köln, Karin Beier (45), unterschrieb gestern im Hamburger Rathaus ihren Vertrag. Er beginnt mit der Spielzeit 2013/2014 und gilt für fünf Jahre. Zugleich sind alle geplanten Einsparungen vom Tisch, gegen die es heftige Proteste gegeben hatte. Stattdessen würden die Zuwendungen sogar erhöht, sagte Kultursenator Reinhard Stuth (CDU), und zwar um mehr als 1,6 Millionen Euro.

Alle Absprachen seien bereits vor der Bürgerschaftswahl am 20. Februar in Abstimmung mit der bisherigen Opposition erfolgt, betonten Stuth und Beier. Auch der designierte neue Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte zuvor bei einem Treffen im Schauspielhaus deutlich gemacht, dass er mit der Entscheidung des Senats für Beier einverstanden sei.

Die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin zeigte sich zufrieden: "So, wie das Haus jetzt aufgestellt ist, ist es machbar." Wahlkampfzeiten seien eben gute Zeiten für Verhandlungen. "Im Ergebnis hat das Schauspielhaus durch diese Situation gewonnen." Sie gehe davon aus, "dass die Gefahr, dass die Verabredungen wieder rückgängig gemacht werden, relativ gering ist".

Die mit Beier geschlossene Rahmenvereinbarung sieht laut Stuth vor, das Junge Schauspielhaus in eine dritte Spielstätte zu verlagern und den Malersaal als volle Spielstätte zu betreiben. Dafür werde eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Das große Haus bekomme 600 000 Euro zusätzlich. "Die Ausstattung ist besser denn je."