Ein wenig erinnert die Wittenberger Schlosskirche an ein Projekt von Aktionskünstler Christo. Der wuchtige Turm und das Kirchenschiff sind fast völlig mit Planen verhüllt. Unter ihnen verstecken sich Baugerüste. Bis 2016 dauern die umfangreichen Restaurierungsarbeiten. Das Logo der Lutherdekade zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 zieht die Blicke der Wittenberger und ihrer Gäste auf sich. Es misst 16 mal 7 Meter und geht auf ein Porträt Martin Luthers von Lucas Cranach dem Älteren zurück. Es handelt sich nach Einschätzung der Evangelischen Wittenbergstiftung um das bislang größte Lutherbanner weltweit.

Schlosskirche und Schloss in der Lutherstadt werden derzeit für rund 33 Millionen Euro saniert und umgebaut. Das Bauvorhaben gilt als das größte und bedeutendste Investitionsvorhaben zum Reformationsjubiläum. Allein im Inneren des Sakralbaus stehen gegenwärtig rund 6000 Quadratmeter Gerüstfläche, berichtet Küster Olaf Wrosch. Seit dem vergangen Jahr seien Restauratoren und Handwerker damit beschäftigt, die Kirche grundlegend zu restaurieren. Allein dafür stehen 7, 2 Millionen Euro zur Verfügung. Besucher müssen in den kommenden Jahren mit Einschränkungen bei ihren Besichtigungstouren rechnen, anders sei das ehrgeizige Projekt nicht zu realisieren. Aus der Not eine Tugend machen, ist das Ziel. Täglich laden die Küster um 13. 30 Uhr zu einer Baustellenführung ein. Dann sind unter anderem die Gräber von Martin Luther und Philipp Melanchthon zu sehen.

Zu den ehrgeizigen Vorhaben gehört auch die Instandsetzung der Glasfenster. Sie werden dem Zustand von 1892 wieder angeglichen. ( KPV )