Haldensleben l Wie schreibe ich eine gute Bewerbung? An welche Behörde muss ich mich mit meinem Anliegen wenden? Aber auch: Wo kann ich gut einkaufen gehen? Wie melde ich mein Kind im Kindergarten an? Auf solche und ähnliche Fragen von Flüchtlingen im Landkreis Börde sollen die neuen Integrationslotsen Antworten geben.

Um für ihre neue Aufgabe fit zu sein, haben die 13 Frauen und Männer an einer Qualifizierung teilgenommen, an deren Ende sie eine offizielle Bestellungsurkunde des Landkreises erhalten haben. Die Qualifizierung wurde vom Landkreis Börde gemeinsam mit der Bildungsvereinigung „Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt“ organisiert. In verschiedenen Modulen standen zum Beispiel das deutsche Asylrecht, die Kommunikation im interkulturellen Kontext sowie die Hilfe bei traumatischen Erlebnissen auf der Tagesordnung.

Aufgabengebiet ist breit gefächert

Die Integrationslotsen bekommen für ihre Arbeit eine Aufwandsentschädigung, so regelt es eine durch den Kreistag Börde erlassene Satzung. Die fachliche Anleitung liegt in den Händen der Koordinierungsstelle für Migration des Landkreises Börde.

Das künftige Aufgabengebiet ist umfangreich. „Wohnung, Hausordnung, Orientierung im Ort, Teilhabe am täglichen Leben, Sport- und Kulturvereine, all das gehört dazu“, zählte Vanessa Kratzsch, Koordinierungsstelle für Migration, stichpunktartig auf. Wo es Flüchtlingen darum geht, die deutsche Sprache zu erlernen, eine Wohnung und Arbeit zu finden oder Kinder in einer Kindertagesstätte anzumelden, sollen ehrenamtliche Integrationslotsen helfen.

Sie geben auch Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen, stellen Kontakte zu Einrichtungen und Behörden her und geben Tipps, wie und wo man am besten einkauft. Ein besonderes Element in diesem Projekt ist die Hilfe zur Selbsthilfe, erklärt Vanessa Kratzsch: „Die Lotsen sollen Zuwanderern Möglichkeiten aufzeigen, sich zu integrieren, ihnen aber auch Regeln vermitteln.“

Unverzichtbare Unterstützung

Iris Herzig, Fachbereichskoordinatorin beim Landkreis Börde dankte im Namen des Landkreises den Lotsen für ihre Bereitschaft, „sich bei der Betreuung der Flüchtlinge im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu engagieren.“ Gleichzeitig verwies Herzig darauf, „dass mit der Tätigkeit auch eine große Verantwortung verbunden sei, denn mit der offiziellen Bestellung agieren sie von nun an im Namen des Landkreises Börde. Ihr ehrenamtliches Engagement ist eine unverzichtbare Unterstützung im großen Feld des Integrationsprozesses.“

Alle Informationen zum Projekt „Integrationslotsen im Landkreis Börde“ und zu den Schulungen sind bei der Koordinierungsstelle für Migration unter der Telefonnummer 03904/72 40 13 48 oder per E-Mail an integration@boerdekreis.de erhältlich.