Gottesgnaden l Dass der Film überhaupt einmal über eine Leinwand flimmern wird, daran hatte Hagen Ecke, Betreiber des Saalehofs, im Sommer 2015 so einige Zweifel. „Vieles wirkte spontan, alles wurde selbst finanziert“, erinnert er sich zurück. Jetzt ist er eines Besseren belehrt worden. Die Künstlergruppe von damals hat ihren Western fertig geschnitten, mit Ton versehen und zur Vorführreife gebracht. „Uns hat die Atmosphäre dieser alten Gebäude inmitten der ländlichen Idylle gleich begeistert“, sagte Marc Teuscher damals der Volksstimme über die Wahl des Saalehofs als Filmkulisse. Der Baden-Württemberger war mit einer kleinen Künstlergruppe auf der Saaleinsel gestrandet. Während der Drehtage – es wurde unter anderem auch im Förderstedter Kalkwerk gedreht – lebten sie auf dem Schönebecker Campingplatz in Frohse. Sie arbeiteten an einem Projekt, an dessen Konzeption sie schon längere Zeit feilten. „Wir drehen einen Western im Osten“, hat es Marc Teuscher zusammengefasst.

Der Mann mit den langen Haaren und dem Vollbart hat an der staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe studiert und bereits bei mehreren Medienprojekten mitgewirkt. Auch seine Mitstreiter seien alle im künstlerischen Bereich tätig, sagte Teuscher. Der Arbeitstitel des rund halbstündigen Films ist „Go East“ und handelt von Gaunerbanden, die kurz nach der Wende durch den Osten ziehen, ein bisschen wie im „Wilden Westen“ eben.

„Ich bin richtig gespannt, wie der Film geworden ist und wen ich alles auf der Leinwand wiedererkenne“, sagt Hagen Ecke. Dem Förderstedter Stadtrat und Feuerwehrkameraden Jürgen Lärz beispielsweise kommt eine tragende Rolle als Sheriff zu.

Premiere-Termin steht

Zu Himmelfahrt, am Donnerstag, 25. Mai, wird der Westernstreifen seine Premiere im Saalehof feiern. Dazu wird das Leipziger Wanderkino „Laster der Nacht“ auf die Saaleinsel rollen und auf den Einbruch der Dunkelheit warten. Die Filmaufführung findet in einem nostalgisch inszenierten Rahmen statt und eine Atmosphäre geschaffen, die an die Pionierzeiten des Kinos erinnert. Damit die Zeit bis Sonnenuntergang nicht zu lang wird, sorgt die Band „Spirit Flow“ ab 13 Uhr für Live-Musik.