Er kann sprechen, aber nicht laufen - dennoch hofft der kleine Hitchbot, dass er ab Freitag als Tramper Deutschland kennenlernen kann. Allzu einladend für den Beifahrersitz wirkt er allerdings mit seinem acht Kilo schweren Körper nicht, wenn er am Straßenrand steht: Seine Arme und Beinen sehen nicht nur wie Schwimmnudeln aus - sind eben solche. Sein Körper ist ein Bierfass aus Metall und sein Kopf besteht aus einer durchsichtigen Kuchenhaube, auf der er einen Mülleimerdeckel als Schutz trägt. Kurzum: Der Hitchbot ist ein Roboter. Einer, der trampt und obendrein ziemlich schlau ist. Seine Umwelt entdeckt er nämlich mit Kamera und Mikrofon und kann sie sich durch den Zugriff auf ein Online-Lexikon auch erklären.

Seine beiden Erfinder von der Ryerson University in Toronto haben ihn voriges Jahr bereits 6000 Kilometer durch Kanada geschickt. Nun folgt sein erster Auslandseinsatz.

Los geht es heute Abend vor den Toren von München. Dann wird der Roboter seinen gelben Daumen an einer Autobahnauffahrt heraushalten. Sein erstes Ziel: Schloss Neuschwanstein. Danach soll es quer durch die Republik gehen - nach dem Karneval in Köln stehen auch Sylt, Berlin und Görlitz auf seinem Reiseprogramm.

Auf Facebook hat Hitchbot bereits mehr als 50 000 Freunde. Mit ihnen hat er auch schon einige deutsche Worte gelernt - Feierabend, Currywurst, Geschwindigkeitsbegrenzung.

Was das Ganze soll? Die Wissenschaftler wollen die Technologie-Angst einmal umdrehen. Ihre Frage: Können Roboter Menschen trauen?